Wozu brauche ich eine Doula? Meine neun guten Gründe.

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Theoretisch kann jede Frau wunderbar alleine gebären. Theoretisch. Praktisch haben viele von uns Frauen diese Zuversicht und den Glauben in unsere Kräfte längst verloren oder er wurde uns von außen genommen. Zum Beispiel bei einer bereits erlebten Geburt oder auch schon in der Schwangerschaft durch den Frauenarzt, die Familie oder Erzählungen von Freunden.

Eine Geburt ist magisch, sie überwältigt und sie bedeutet oft sehr viel für die Gebärende. Sie kann als stärkend wahrgenommen werden und die Frau auf eine wunderbare Reise zu sich selbst schicken. Sie kann aber auch als Trauma erlebt werden und schwerwiegende Folgen haben.

Eine Doula hat selbst geboren. Sie ist erfahren und sie weiß, was Geburt alles sei kann. Sie hat erfahren wie wundervoll es ist, Leben zu schenken. Sie kennt aber auch die Risiken der gängigen Eingriffe in den Geburtsverlauf und kann dafür sensibilisieren. Sie ist offen für die Wünsche der Schwangeren und beeinflusst nicht. Menschen sind verschieden und so ist eine Doula bereit, einer jeden Schwangeren dabei zu helfen, ihren ganz eigenen Weg zu definieren und diesen dann selbstsicher zu gehen. Insofern es einen Partner oder eine Partnerin gibt, erfährt selbstverständlich auch er oder sie die volle Unterstützung der Doula.

Hier habe meine persönlichen Gründe gesammelt, warum ich jeder Gebärenden eine Doula wünsche:

  1. Der Geburtsplan –
    Deine Wünsche für die Geburt
    Die Doula kennt die Möglichkeiten, die Dir zur Verfügung stehen. Entscheidest Du Dich für eine Geburt in einer Klinik, könnt Ihr gemeinsam in den Vorgesprächen einen Geburtsplan erstellen. Deine Doula leitet dich dabei an, Dir darüber klar zu werden, was Dir bei der Geburt wichtig sein könnte. Und sie unterstützt Dich dabei, Deine Bedürfnisse mit der Hebamme und dem Arzt zu besprechen.
    Unter der Geburt bist Du möglicherweise, oder besser gesagt im Idealfall, in einem Zustand, der Dich nicht logisch oder klar denken lässt. Damit Deine Wünsche und Bedingungen aus dem Geburtsplan dennoch weiterhin den Ablauf der Geburt bestimmen, stärkt die Doula Dich und mögliche weitere Vertraute, die bei der Geburt dabei sind.
  2. Wohlbefinden –
    für eine sichere Geburt
    Wer sich wohl und sicher fühlt, kann sich eher fallen lassen. Und dieses fallenlassen, das braucht es, um zu gebären. Genau das ist auch entscheidend, wenn es um das Thema schmerzarme oder sogar schmerzfreie Geburt geht. Bei von Doulas betreuten Geburten ist der Bedarf an einer PDA um 60 Prozent reduziert und sie sind statistisch betrachtet sogar um 25 Prozent kürzer.
    Die Doula ist ausgebildet, um der Gebärenden die Geburt so angenehm wie möglich zu machen. Sie sorgt für ein schönes Umfeld und beherrscht entspannende Atem- und Massage-Techniken. Sie sorgt für Abkühlung oder Wärme, je nachdem, was gerade benötigt wird. Sie schirmt die Gebärende vom möglicherweise störenden Außen ab. Sie hilft beim „richtigen“ Atmen, kennt stärkende Affirmationen, ist geschult unnötige Anspannungen zu erkennen und sie wieder aufzulösen. Sie spürt, wann sie gebraucht wird und wann nicht. Dem Partner oder der Partnerin ist sie Gesprächspartner und Stütze. Sie löst ihn oder sie ab, wenn eine Pause nötig wird. Oft ist die Doula ein wichtiger Ruhepol und sie kann auch eine Verbindung zu Ärzten und Hebammen sein.
  3. Mehr Spontangeburten – 
    weniger Kaiserschnitte
    Sehr viele Frauen wünschen sich eine spontane Geburt. Einige haben sogar richtig Angst vor einem Kaiserschnitt. Kein Wunder, denn in Deutschland kommt fast jedes dritte Kind im OP zur Welt. Die WHO hält nur 10 bis maximal 15 Prozent der Kaiserschnitt-Geburten für medizinisch notwendig.
    Wissenschaftliche Untersuchungen und Studien haben ergeben, dass die Geburtsbegleitung einer Doula ein großer Gewinn in der modernen Geburtsarbeit ist. Die Cochrane Collaboration, eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, hat im Jahr 2012 unter anderem festgestellt, dass die Kaiserschnitt-Rate bei von Doulas begleiteten Geburten niedriger ist. Auch andere Interventionen wie der Einsatz von Saugglocke oder der Geburtszange sind deutlich seltener.
  4. Psychischer und physischer Beistand – 
    egal was passiert
    Schon immer liegen Freud und Leid sehr nah beisammen. Ob medizinische Indikation zum ungewollten Kaiserschnitt oder Überforderung in der Schwangerschaft, Wochenbett-Depression oder stille Geburt: Eine Doula fängt ihre Schwangere und deren Familie immer sanft auf und weiß, was als nächstes zu tun ist. Sie hat Kontakte und Adressen, wenn ein Problem ihren eigenen Kompetenzbereich verlässt und schenkt Zeit, Mitgefühl und eine Schulter zum Anlehnen.
  5. Ein paar helfende Hände mehr –
    in der Klinik oder bei der Hausgeburt

    Manche Gebärende wollen gerne für sich sein und sind extrem anspruchslos. Ihnen reicht gemeinsames Atmen oder einfach nur das Wissen um den Beistand der Doula über lange Phasen der Geburt. Aber es gibt auch einige, die gerne das Kirschkernkissen während der Wehe auf dem Rücken und gleichzeitig den kalten Waschlappen auf der Stirn haben wollen. Manche stützen sich auf die Schultern des Partners und brauchen zusätzlich die Massage des Kreuzbeins zur Schmerzlinderung. Nicht immer kann die Hebamme das zusammen mit dem Partner oder der Partnerin leisten. In den Kliniken ist eine Hebamme häufig für mehr als eine Gebärende zuständig. Eine Doula ersetzt niemals eine Hebamme, aber sie kann mit der Hebamme zusammen ein wundervolles Team bilden, das sich gegenseitig zum Wohle der Frau unterstützt.
    Auch bei Hausgeburten gibt es für die Doula immer genug zu tun. Badewasser will ein- und ausgelassen werden. Waschlappen müssen manchmal im Zwei-Minuten-Takt mit kaltem Wasser gekühlt werden. Kaffee zum Dammschutz muss gekocht und Folien ausgebreitet werden. Manchmal sind weitere Kinder des Paares ebenfalls am Geburtsort und brauchen Aufmerksamkeit. Ist das Baby geboren, räumen Doula und Hebamme zusammen auf, sodass Partner oder Partnerin sich sofort zusammen mit der Mutter auf das neue Familienglück einlassen können.
  6. Zufriedene Mütter –
    schöne Erinnerungen an das Geburtserlebnis

    Was für die eine Frau die absolute „Traumgeburt“ war, wäre für die andere vielleicht genau das, was sie nicht möchte. Das subjektiv positive Erleben der Geburt und die währenddessen erlebten Gefühle – im Idealfall so etwas wie Sicherheit, Vorfreude und Geborgenheit –, prägen die Erinnerungen, die unser Unterbewusstsein später speichert.
    Je nach Geburtsverlauf kann es sinnvoll sein, sich für die eine oder andere Intervention zu entscheiden. Geschieht dies bewusst und selbstbestimmt, kann die PDA, die Eröffnung der Fruchtblase, ja selbst der Kaiserschnitt als positiv in Erinnerung behalten werden. Eine Doula trägt maßgeblich dazu bei, dass eine Frau ein für sie positiv wahrgenommenes Geburtserlebnis in ihre Erinnerungen aufnehmen darf.
  7. Für ein entspannte Stillbeziehung –
    von Anfang an 
    Stillen ist die natürlichste Art ein Baby zu ernähren. Es muss jedoch nicht immer die einfachste sein. Wenige Ärzte und auch nicht alle Krankenschwestern und Hebammen sind als Still-Spezialisten anzusehen. Häufig wird die Mutter durch gut gemeinte Ratschläge bereits in den ersten Stunden der Stillbeziehung verunsichert und verliert das Vertrauen in ihren Körper. Eine Doula vermittelt auch hier die nötige Sicherheit, um Entscheidungen selbstbestimmt und gut informiert zu treffen.
  8. Ersatz für den Partner bei der Geburt –
    wenn die Schwangere sonst alleine wäre
    Die Doula kann eine große Unterstützung sein, wenn die Frau niemanden hat, der sie zur Geburt begleiten kann. Manchmal müssen werdende Väter arbeiten und es ist unklar, ob sie es rechtzeitig zur Geburt schaffen werden. Einige Frauen wollen den Vater des Kindes aus unterschiedlichen Gründen (lieber) nicht dabei haben oder der Vater trifft diese Entscheidung selbst. Vielleicht will auch ein Geschwisterkind zuhause betreut werden. Die Doula kann in diesem Fall die Aufgaben des Partners mit übernehmen.
  9. Geburtsbericht –
    bleibende Erinnerungen
    Wenn die Eltern es wünschen, kann die Doula das Geburtserlebnis mit ein paar Fotos und / oder kurzen Videosequenzen dokumentieren. Die Absprachen darüber werden in Ruhe in den Vorgesprächen getroffen. Zum Abschlussgespräch überreicht die Doula einen persönlich geschriebenen und mit den Fotos gestalteten Geburtsbericht als bleibende Erinnerung.

Wünschst Du Dir die Geburtsbegleitung einer Doula? Dann melde Dich gerne bei mir. Vielleicht wollen wir uns kennenlernen oder ich kann Dir eine Doula-Kollegin vermitteln ♡

 

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