Von der Wahl des Geburtsorts.

Normal ist es, zur „Entbindung“ ins Krankenhaus zu gehen. Aber das war nicht immer so. Auch heute werden noch Kinder geborgen zuhause geboren. Andere kommen im Geburtshaus zur Welt. Die Wahl des Geburtsorts ist wohl eine der gravierendsten, die eine Schwangere für sich und ihr Kind treffen darf.  Immer wieder gerne wird dazu der Arzt, Geburtshelfer und wichtiger Verfechter einer natürlichen Geburt Michel Odent zitiert: „Es ist nicht egal, wie wir geboren werden.“ Denn die Geburt ist ein wichtiger Übergang im Leben einer Frau und ihres ungeborenen Kindes. Eine traumatische Geburt kann dramatische Folgen haben. Genauso kann ein subjektiv schön empfundenes Geburtserlebnis sehr stärkend sein und sich positiv auf die Bildung zwischen Mutter und Kind auswirken.

Wenn Du eine Entscheidung treffen willst, tust Du das am besten gut informiert und dazu musst Du Deine Möglichkeiten kennen. Inklusive aller Vor- und Nachteile.

Doula Geburtsbegleitung Kerstin Rohrer in Augsburg, Friedberg, Gersthofen, Neuburg an der Donau, Ingolstadt, Donauwörth, Nördlingen

Klinikgeburt

Eine deutsche Schwangere macht in der Regel einen Termin bei ihrem Frauenarzt aus, sobald sie den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hält. Der weitere Weg mit Vorsorgeterminen und Ultraschall, Zuckertest und CTG  wird von vielen gar nicht unbedingt hinterfragt und so erblicken 98 Prozent aller Neugeborenen das Licht der Welt in einem Kreißsaal im Krankenhaus.

Vorteile:

  • Schnelle und bestmögliche Versorgung in medizinischen Notfällen
  • Möglichkeit zur medikamentösen Schmerzlinderung
  • Betreuung auf der Wöchnerinnen-Station

Nachteile:

  • Fahrtweg zum Geburtsort
  • Klinikabläufe lassen wenig Selbstbestimmung zu (Herztonüberwachung des Kindes mittels CTG und KSE, vaginale Untersuchungen zur Muttermundkontrollen, Legen eines Zugangs usw.)
  • Sehr selten ist eine 1:1 Betreuung möglich
  • Weniger Privatsphäre
  • Interventionsmaßnahmen wie Einleitung, Fruchtblasensprengung, Gabe von wehenfördernden und wehenhemmenden Medikamenten, Dammschnitt, Einsatz von Geburtszange und Saugglocke, Kristellern, Sectio

 

Geburt im Geburtshaus

Manchmal wünscht sich eine werdende Mutter zwar eine außerklinische Geburt, möchte aber nicht im eigenen Zuhause gebären. Das Geburtshaus kann dann eine willkommene Alternative sein. Das Risiko für Mutter und Kind ist entgegen der landläufigen Meinung bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf nicht größer als in einem Krankenhaus. Denn sobald sich im Geburtsverlauf Komplikationen abzeichnen wird die Hebamme die Schwangere in ein Krankenhaus verlegen.

Leider mussten die Geburtshäuser in Donauwörth und Oettingen im Laufe der letzten Jahre und aufgrund der Entwicklungen in der Geburtshilfe geschlossen werden. Schwangre können sich jedoch im Geburtshaus Ingolstadt anmelden.

Vorteile:

  • Selbstbestimmte Geburt
  • 1:1 Betreuung ist gewährleistet
  • Entspannte, ruhige Umgebung mit viel Privatsphäre
  • Natürliche Wege der Schmerzlinderung
  • Weniger Geburtsverletzungen
  • Keine Interventionen in den natürlichen Geburtsverlauf

Nachteile:

  • Sehr frühe Anmeldung notwendig
  • Fahrtweg zum Geburtsort
  • Bestimmte Risikoschwangerschaften und Frühgeburtlichkeit sind ausgeschlossen
  • Keine medikamentöse Schmerzlinderung möglich
  • Für die U2 muss der Kinderarzt besucht werden

 

Hausgeburt

Bei einer geplanten Hausgeburt hat die werdende Mutter die meisten Möglichkeiten, das Geburtsgeschehen aktiv mitzugestalten. Sie entscheidet in ihrem gewohnten Umfeld selbst, was ihr gut tut und hat so die Chance auf ein intensives Erleben der Geburt ihres Kindes. Wie auch beim Geburtshaus gilt: Es gibt kein erhöhtes Risiko von Komplikationen. Bestimmte Geburtsverläufe werden von der betreuenden Hebamme rechtzeitig in eine Klinik verlegt.

Wir haben das Glück, im Umkreis gleich drei erfahrene Hausgeburtshebammen zu haben. Solltest Du über eine Hausgeburt nachdenken, zögere bitte nicht und wende Dich so schnell wie möglich an eine von ihnen: Isabel Graumann, Birgit Landwehr oder Regina Maier.

Vorteile:

  • Fahrtweg zum Geburtsort entfällt
  • Selbstbestimmte Geburt
  • Gewohntes Umfeld mit viel Privatsphäre
  • Natürliche Wege der Schmerzlinderung
  • Weniger Geburtsverletzungen
  • Keine Interventionen in den natürlichen Geburtsverlauf

Nachteile:

  • Sehr frühe Anmeldung notwendig
  • Bestimmte Risikoschwangerschaften und Frühgeburtlichkeit sind ausgeschlossen
  • Keine medikamentöse Schmerzlinderung möglich
  • Für die U2 muss der Kinderarzt besucht werden

Ich habe Dir hier die drei aus meiner Sicht empfehlenswerten Möglichkeiten für die Geburt Deines Kindes vorgestellt. Auf die Alternative einer Alleingeburt bin ich nicht eingegangen, da wir drei wundervolle Hausgeburtshebammen hier im Umkreis haben.

Nun ist es an Dir, Dir Gedanken darüber zu machen, was Du Dir wünschst und was Du nicht möchtest. Vor ein paar Jahren stand ich selbst an dem Punkt, an dem Du nun stehst. Vielleicht möchtest Du lesen, wie es mir mit der Entscheidung für einen Geburtsort ergangen ist…

Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, kannte ich im Prinzip nur die Geburt im Krankenhaus. Eine Freundin, die sich bereits früh für eine Hausgeburt entschieden hatte, fand ich mutig. Ich konnte mir das jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen. Ich überlegte eine Weile, in welches Krankenhaus ich gehen sollte, besprach mich mit meiner Frauenärztin. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ein hohes Sicherheitsbedürfnis und dachte über eine Klinik in Augsburg mit angeschlossener Kinderklinik nach. Dann lernte ich meine Hebamme kennen, die im Geburtshaus Donauwörth arbeitete. Ich begann mich mit dem Thema Geburt auseinander zu setzen, besuchte Kreißsaalführungen und den Tag der offenen Türe im Geburtshaus. Bald meldete ich mich im Geburtshaus Donauwörth an. Doch manches kann man nicht planen und so gebar ich mein Kind sechs Wochen vor Termin in einer Klinik in Augsburg. Mit ausführlichem Geburtsplan und Beleghebamme. Es war ein wunderschönes Erlebnis, aber nicht interventionsfrei. Bei meinem zweiten Kind war das Geburtshaus in Donauwörth geschlossen und ich entschloss mich nach einiger Überlegung für eine Hausgeburt. Inzwischen kenne ich sehr viele Frauen, die zuhause geboren haben und mit dieser Entscheidung sehr glücklich sind.  

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