Katzenfabel. Vom Ungestörten Gebären.

Doula Geburtsbegleitung Kerstin Rohrer in Augsburg, Friedberg, Gersthofen, Neuburg an der Donau, Ingolstadt, Donauwörth, Nördlingen
Katzen gebären zweimal im Jahr mehrere Babies. In Ruhe, einfach und problemlos. Dafür benötigen sie nur einen ungestörten Ort und ein wenig Ruhe. Vielleicht ein größeren Schuhkarton, kuschelig ausgepolstert, der in einer versteckten, dunklen Ecke steht. Vielleicht in einem Kleiderschrank. Alle, die Katzen kennen, wissen, dass bei einer Katze, die man beim Gebären stört, die Kontraktionen aufhören. Oder es kann sein, dass sie ihre Jungen nicht annimmt.

Und jetzt wagen wir mal ein Gedankenexperiment… 

Wir stellen uns vor, dass vor langer Zeit eine Gruppe von Wissenschaftlern sich vorgenommen hätte, das Gebärverhalten von Katzen zu untersuchen.

Sie hätten angefangen, Katzen beim Gebären zu beobachten. Jedoch natürlich nicht unter den natürlichen Bedingungen, im dunklen Kleiderschrank in der Schuhschachtel. Sondern im hell erleuchteten, lauten, modernen Labor. Sie hätte die Katzen während der Geburt an viele Monitore und Sonden angeschlossen, sie mit fremden Technikern umgeben, die ständig raus und rein gegangen wären, um alles genau zu dokumentieren. 

Wie alle, die Katzen kennen, wahrscheinlich schon vermutet haben, hätte die Studie bedenkliche Ergebnisse geliefert…

Es hätte sich gezeigt, dass Katzen häufig nur schlecht gebären können. Die Geburtsarbeit wäre überwiegend unkoordiniert verlaufen, die Geburten hätten sehr lange gedauert, die Katzen schienen schreckliche Schmerzen zu haben. Manchmal wären die Geburten auch mittendrin abgebrochen. Infolgedessen wären die Herztöne der ungeborenen Kätzchen regelmäßig schlecht gewesen, sie wären deprimiert und gestresst zur Welt gekommen und medizinische Interventionen wären sehr oft notwendig gewesen. 

Die Erkenntnis der Wissenschaftler: Es scheint, dass Katzen nicht gut gebären können.

Lasst uns noch en bisschen weiter darüber nachdenken. Was wäre dann passiert? Was hätten die Wissenschaftler mit ihren Erkenntnissen angefangen?

Die Wissenschaftler hätten wahrscheinlich Maschinen und Geräte erfunden, um den Vorgang des  Gebärens zu verbessern und den Sauerstoffgehalt im Blut der Jungen zu überwachen. Sie hätten Schmerzmittel bereitgestellt, um den Katzen die Geburtsarbeit zu erleichtern. Außerdem Beruhigungsmittel, Wehenmittel und Wehenhemmer. Es wären Notfalloperationen und Eingriffe ausgearbeitet worden, um die ungeborenen Kätzchen zu retten. 

In wissenschaftlichen Arbeiten wäre über die Schwierigkeiten der Katzen beim Gebären berichtet worden und gleichzeitig die hoch entwickelte, neue, effiziente Geburtstechnologie vorgestellt worden. Die Medien hätten diese Erkenntnisse verbreitet und bald hätten alle ihre Katzen zum Gebären ins Labor gebracht. Das musste für Katzen schließlich der sicherste Platz zum gebären sein. Eine Geburt im Schuhkarton? Was für eine gefährliche Idee!

Irgendwann wäre die erste Generation der Wissenschaftler in den Ruhestand gegangen. Und die zweite, dann die dritte, vierte Generation, nicht nur die der Techniker, sondern auch die der Katzenfreunde, hätte von Geburten im Schuhkarton immer weniger gewusst. Das alte Wissen darum, was Katzen zum Gebären eigentlich brauchen, wäre mit jeder Generation mehr und mehr verloren gegangen…

Alle wären irgendwann absolut überzeugt gewesen, dass Katzen ohne die Hilfe von viel Technologie nicht gebären können. Sie hätten an die vielen wissenschaftlichen Ergebnisse gedacht, die sie in den letzten Jahren gesammelt hatten und wären äußerst zufrieden gewesen. Mit sich selbst, ihrer klugen und guten Arbeit, dem Fortschritt und den vielen Katzen und Jungen, die sie gerettet haben…

(Text von Kerstin Rohrer, nach der Katzenfabel von Magdalene Weiß, deutsche Hebamme und ehemalige Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes)

Achtsamkeit in der Schwangerschaft

„Ich hätte die Schwangerschaft mehr genießen sollen…“
„Könnte ich doch alles nochmal erleben…“
„Die Zeit ist irgendwie an mir vorbeigegangen.“
„Ich hab das alles gar nicht so bewusst erlebt…“

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Hast Du einen dieser Sätze schon einmal von jemandem gehört oder vielleicht sogar selber schon einmal so etwas gedacht? Achtsamkeit ist der Schlüssel, um diesem Gefühl, etwas verpasst zu haben, vorzubeugen. Die Achtsamkeitspraxis hat vor allem in den buddhistischen Lehren einen festen Platz. Aber auch im Westen interessieren sich immer mehr Menschen dafür, seitdem Jon Kabat-Zinn in den späten 1970er Jahren in den USA sein Programm zur Stressbewältigung ‚Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)‘ etablierte.

Wer achtsam ist, der ist mit seinem Denken und Fühlen genau in diesem Moment – nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft. In diesem Bewusstseinszustand werden alle Erfahrungen im Innen und Außen einfach nur zur Kenntnis genommen. Sie werden nicht bewertet und die Person strebt nach nichts. Sie erkennt an, was gerade ist und übt sich in Gleichmut und Geduld. Wer mit seinen Gedanken ständig abschweift, der verpasst das Jetzt – den einzigen Moment, in dem unser Leben wirklich stattfindet. Denn die Vergangenheit ist bereits nicht mehr von Bedeutung und die Zukunft noch nicht von Interesse.

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Achtsam sein, das ist gar nicht so einfach und will lebenslang geübt werden. Ich hab hier ein paar Tipps speziell für die Schwangerschaft zusammengestellt. Aber natürlich ist Achtsamkeit in jeder Phase unseres Lebens essenziell.

Achtsamkeit-Tipp 1: Atme!
Wann immer Du ganz bewusst ein- und wieder ausatmest, zentrierst Du Deinen Geist im Hier und Jetzt. Beginne den Tag mit ein paar tiefen, bewussten Atemzügen. Atme zwischendurch immer wieder ganz bewusst. Diese einfache Übung reduziert sofort Stress und richtet Deinen Fokus neu aus. Es klingt banal – probier es trotzdem.

Achtsamkeit-Tipp 2: Nimm Kontakt zu Deinem Baby auf!
Weißt Du, wie es Deinem Baby genau jetzt in diesem Moment geht? Spür hin. Leg die Hände auf Deinen Bauch und stelle eine Verbindung mit Deinem ungeborenen Kind her. Nimm Dir Zeit für Eure Beziehung. Sprich mit ihm. Ob laut oder leise spielt keine Rolle.

Achtsamkeit-Tipp 3: Stoppe das Gedankenkarussell!
Fast jede Schwangere hat irgendwann einmal Ängste oder Sorgen. Sei Dir bewusst, dass diese ohne Bezug zur Vergangenheit und / oder zur Zukunft nicht existieren können. Wenn Du solche Ängste und Sorgen spürst, dann mach Dir Deine Gedanken bewusst. Sie sind der Ursprung Deiner Probleme. Du kannst sie zum Beispiel durch bewusstes Atmen, Meditation, Yoga oder bewusstes Gehen stoppen und auch verändern. Dadurch verliert die Angst ihre Macht über Dich.

Achtsamkeit-Tipp 4: Konzentriere Dich auf eine Sache!
Mono-Tasking statt Multi-Tasking – widme Dich immer nur einer Sache. Führe diese ganz bewusst aus, schweife in Gedanken nicht ab. Wenn Du isst, dann isst Du. Wenn Du jemandem eine Nachricht schreibst, dann tu nur das. Wenn Du den Haushalt machst, dann lass Dich davon nicht ablenken. Sei nur im Moment und konzentriere Dich auf das, was Dir gerade wichtig ist.

Achtsamkeit-Tipp 5: Sei dankbar!
Dankbarkeit ist eine gute Übung, um sich manches bewusst zu machen. Du kannst ein kleines Büchlein zu Deinem Dankbarkeitsbuch machen und darin jeden Tag 3 Dinge notieren, für die Du heute dankbar bist. Nimm die ersten Impulse wahr, verbringe nicht viel Zeit mit dem Notieren und halte Dich in Gedanken nicht zu lange in der Vergangenheit auf. Spüre stattdessen die Freude an den schönen Dingen, die Dir heute widerfahren sind.

Achtsamkeit-Tipp 6: Vergleiche nicht!
Jede Schwangerschaft ist anders – halte Dich von Vergleichen fern. Versuche nicht die glückliche Schwangerschaft Deiner Freundin zu erleben und weine nicht Deiner ersten unbeschwerten Schwangerschaft nach.

Achtsamkeit-Tipp 7: Nimm an, was ist!
Nicht jede Schwangerschaft verläuft wie gewünscht. Nimm mögliche Beschwerden an und mach das Beste draus. Wenn Du aufhörst, einen Zustand oder eine Situation abzulehnen, wird ungeahnte Energie frei. Die kannst Du zum Beispiel dafür aufwenden, um Dir Hilfe und Unterstützung zu organisieren.

Achtsamkeit-Tipp 8: Sei geduldig!
Gerade gegen Ende der Schwangerschaft werden viele Schwangere ungeduldig. Dabei verlässt Du das Hier und Jetzt und suchst Dein Glück in der Zukunft. Nicht selten bereitet genau das aber Probleme, sobald das Kind da ist. Diese letzten Tage und Wochen „fehlen“ dann im (Körper-)Gedächtnis. Kultiviere stattdessen Deine Vorfreude! Genieße die letzte Zeit mit Deinem Baby unter Deinem Herzen…

Achtsamkeit-Tipp 9: Bewege Deinen Körper!
Bewegung ist wichtig für unser Wohlbefinden. Gerade der schwangere Körper wird manchmal als schwerfällig wahrgenommen. Wirke dem ganz bewusst entgegen. Übe Yoga mit DVD oder Buch zuhause oder besuche einen Yoga-Kurs. Auch simples gehen ist eine wundervolle Beschäftigung für Schwangere 🙂 Hast Du schon einmal von einer Gehmeditation gehört?

Achtsamkeit-Tipp 10: Meditiere!
Wenn Du noch nicht regelmäßig meditierst, beginne jetzt damit! Meditieren verändert alles zum Positiven. Leg all Deine Zweifel und Vorbehalte ab und fang an einfach damit an. Du musst nicht eine halbe Stunde gelangweilt in der Stille sitzen. Vielleicht hilft es Dir, mit einer geführten Meditation anzufangen? YouTube ist eine Schatzkiste voll mit tollen Anleitungen. Schau gerne mal bei Laura Marina Seiler oder Mojo Di vorbei.

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Das Buch ‚Mama werden, Mama sein. Das Meditationsbuch für die achtsame Schwangerschaft, Geburt und erste Zeit mit Baby‘ kann ich Dir sehr ans Herz legen.*

Melde Dich gerne bei mir, wenn Du Fragen hast oder Dich das Thema interessiert und Du es gerne vertiefen möchtest ♡

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Rebozo: Ein Tuch aus Mexiko macht den Unterschied

Doula Geburtsbegleitung Kerstin Rohrer in Augsburg, Friedberg, Gersthofen, Neuburg an der Donau, Ingolstadt, Donauwörth, Nördlingen

Eine deutsche Schwangere wird häufig mit unterschiedlichen Erwartungshaltungen ihrer Umwelt konfrontiert. Einerseits soll sie ihre Schwangerschaft bei einem Arzt regelmäßig überwachen lassen und sich bestenfalls im Krankenhaus ‚von ihrem Kind entbinden‘ lassen. Andererseits hört sie vielleicht auch den Ausspruch „Du bist schwanger und nicht krank.“ Vor allem, wenn es darum geht, die Frau möge doch bitte weiterhin genauso belastbar bleiben wie zuvor.

Eine mexikanische Schwangere indessen geht regelmäßig zu ihrer Hebamme und verbringt ein paar angenehme Stunden gemeinsam mit ihr. Die Frauen sprechen über die Schwangerschaft und die Familie. Der Zustand von Mutter und Kind wird selbstverständlich auch kontrolliert und zum Schluss erhält die Schwangere eine entspannende Massage. Und zwar berührungslos – mit einem Tuch! Dieses Tuch heißt Rebozo und jede mexikanische Frau besitzt mindestens eines dieser handgewebten, bunten Tücher.

Die Rebozo-Massage kann ‚von der Wiege bis zur Bahre‘ angewendet werden und hat wirklich unheimlich viele Facetten. In der Schwangerschaft lockert sie die Muskeln durch sanfte Vibrationen, öffnet das Becken, schenkt ein wundervolles Körpergefühl. Selbstverständlich kommen diese positiven Schwingungen auch beim Baby an. Das Ergebnis ist eine friedvolle und ausgeglichene schwangere Frau, die mit ihrem Körper und dem Baby in Kontakt ist. Typische Beschwerden des Bewegungsapparats entwickeln sich erst gar nicht oder zumindest nicht so ausgeprägt. Bereits vorhandene Probleme mit dem Rücken oder der Symphyse können behandelt werden.

Unter der Geburt kann die Massage mit dem Tuch auf dem Ball schmerzlindernd wirken. Die Schwangere findet jedenfalls Entspannung, was den Geburtsverlauf positiv beeinflusst und sogar einem Geburtsstillstand entgegenwirken kann. Hebammen können mithilfe des Rebozo auch Einfluss auf die Kindslage nehmen.

Am Ende des Wochenbetts kann das ‚Closing the Bones-Ritual‘ angewendet werden. Dabei wird die Wöchnerin in mehrere Tücher gehüllt. Dabei wird ihr Körper wieder „geschlossen“. Diese Übergangszeremonie hilft auch, mit der Schwangerschaft & der Geburt abzuschließen und kann gestaute Gefühle und Baby Blues auflösen. So befreit, fällt die Annahme der neuen Situation leichter und der neue Lebensabschnitt wird mit Freude empfangen.

Dass seit einiger Zeit auch Frauen außerhalb Mexikos von dieser wundervollen Technik profitieren dürfen, ist den beiden Niederländerinnen Mirjam de Keijzer und Thea von Tuyl zu verdanken. Mirjam hat mich in einem Rebozo-Grundkurs in den Zauber der mexikanischen Tuchmassage eingeführt. Von Herzen gerne wende ich Rebozo nun im Rahmen meiner Doula-Arbeit an – in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett. Sprich mich gerne darauf an ♡

Kaufen könnt Ihr die wunderschönen, farbenfrohen Tücher hier.

Richtig Atmen: das Wehenschiffchen

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Wer Yoga praktiziert, hat es vielleicht schon mal gehört: „Es atmet Dich.“ Gemeint ist, dass der Atem unbewusst ein- und wieder aus unseren Lungen ausströmt. Wir müssen nichts tun, uns nicht darauf konzentrieren. Auch unter der Geburt ist das so. Jedoch können An- und Verspannungen, durch die Kontraktionen der Gebärmutter, uns den Atem anhalten, ihn flach oder gepresst werden lassen. Das wiederum versorgt unsere Zellen und auch das Baby nicht optimal mit Sauerstoff und lässt uns weiter verkrampfen.

Deshalb sind ein bewusstes Atmen und Achtsamkeit während der Geburt sehr hilfreich. Dadurch können die Wehen durchaus deutlich besser erträglich werden. Der Atem hilft, Kräfte zu mobilisieren und Anspannungen zu lösen. Er verhilft zur Entspannung und kann einen meditativen Zustand unterstützen. So kann der Körper mehr Oxytocin für die weiteren Wehen produzieren und der Muttermund öffnet sich leichter.

Ideal ist es, wenn die Gebärende einen ihr angenehmen gleichmäßigen Atemrhythmus einhalten kann. Eine Möglichkeit ist die Atemübung ‚Atemschiffchen‘, oder wie ich es selber im Geburtsvorbereitungskurs bei meiner lieben Hebamme kennengelernt habe: das ‚Wehenschiffchen‘.

Sieh Dir die Zeichnung an: Du atmest in der rechten oberen Ecke tief und weit in den Bauch ein. Links machst Du eine kleine Atempause bis du den Ausatem von selbst kommen spürst. Du atmest schwungvoll und hörbar über die Schleife aus, um nach der Schleife fast geräuschlos die restliche Luft entweichen zu lassen. Dann wartest du wieder die kleine Atempause ab bis du wieder mit dem kräftigen Einatmen von vorne beginnst.

Übe das bewusste Atmen und die Atemachtsamkeit am besten bereits in der Schwangerschaft. Mach es Dir dazu bequem, im Sitzen oder Liegen. Lasse den Atem einige Minuten einfach nur geschehen. Beobachte ihn nur und richte den Fokus auf den Luftstrom durch die Nase. Fühlst Du Dich ruhig und gelassen, so beginne den Atem zu beeinflussen. Zähle in Gedanken beim Einatmen bis 4, mache eine kleine Atempause, um dann auf 4 wieder auszuatmen. Steigere die Zeit, in der Du ausatmest dann auf 6 und später auf 8. Ein langer Ausatem befreit Deine Lungen effektiv von der verbrauchten Luft und macht Platz für noch mehr Sauerstoff beim nächsten Einatmen. Übe so oft Du kannst und magst 🙂

 

Wozu brauche ich eine Doula? Meine neun guten Gründe.

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Theoretisch kann jede Frau wunderbar alleine gebären. Theoretisch. Praktisch haben viele von uns Frauen diese Zuversicht und den Glauben in unsere Kräfte längst verloren oder er wurde uns von außen genommen. Zum Beispiel bei einer bereits erlebten Geburt oder auch schon in der Schwangerschaft durch den Frauenarzt, die Familie oder Erzählungen von Freunden.

Eine Geburt ist magisch, sie überwältigt und sie bedeutet oft sehr viel für die Gebärende. Sie kann als stärkend wahrgenommen werden und die Frau auf eine wunderbare Reise zu sich selbst schicken. Sie kann aber auch als Trauma erlebt werden und schwerwiegende Folgen haben.

Eine Doula hat selbst geboren. Sie ist erfahren und sie weiß, was Geburt alles sei kann. Sie hat erfahren wie wundervoll es ist, Leben zu schenken. Sie kennt aber auch die Risiken der gängigen Eingriffe in den Geburtsverlauf und kann dafür sensibilisieren. Sie ist offen für die Wünsche der Schwangeren und beeinflusst nicht. Menschen sind verschieden und so ist eine Doula bereit, einer jeden Schwangeren dabei zu helfen, ihren ganz eigenen Weg zu definieren und diesen dann selbstsicher zu gehen. Insofern es einen Partner oder eine Partnerin gibt, erfährt selbstverständlich auch er oder sie die volle Unterstützung der Doula.

Hier habe meine persönlichen Gründe gesammelt, warum ich jeder Gebärenden eine Doula wünsche:

  1. Der Geburtsplan –
    Deine Wünsche für die Geburt
    Die Doula kennt die Möglichkeiten, die Dir zur Verfügung stehen. Entscheidest Du Dich für eine Geburt in einer Klinik, könnt Ihr gemeinsam in den Vorgesprächen einen Geburtsplan erstellen. Deine Doula leitet dich dabei an, Dir darüber klar zu werden, was Dir bei der Geburt wichtig sein könnte. Und sie unterstützt Dich dabei, Deine Bedürfnisse mit der Hebamme und dem Arzt zu besprechen.
    Unter der Geburt bist Du möglicherweise, oder besser gesagt im Idealfall, in einem Zustand, der Dich nicht logisch oder klar denken lässt. Damit Deine Wünsche und Bedingungen aus dem Geburtsplan dennoch weiterhin den Ablauf der Geburt bestimmen, stärkt die Doula Dich und mögliche weitere Vertraute, die bei der Geburt dabei sind.
  2. Wohlbefinden –
    für eine sichere Geburt
    Wer sich wohl und sicher fühlt, kann sich eher fallen lassen. Und dieses fallenlassen, das braucht es, um zu gebären. Genau das ist auch entscheidend, wenn es um das Thema schmerzarme oder sogar schmerzfreie Geburt geht. Bei von Doulas betreuten Geburten ist der Bedarf an einer PDA um 60 Prozent reduziert und sie sind statistisch betrachtet sogar um 25 Prozent kürzer.
    Die Doula ist ausgebildet, um der Gebärenden die Geburt so angenehm wie möglich zu machen. Sie sorgt für ein schönes Umfeld und beherrscht entspannende Atem- und Massage-Techniken. Sie sorgt für Abkühlung oder Wärme, je nachdem, was gerade benötigt wird. Sie schirmt die Gebärende vom möglicherweise störenden Außen ab. Sie hilft beim „richtigen“ Atmen, kennt stärkende Affirmationen, ist geschult unnötige Anspannungen zu erkennen und sie wieder aufzulösen. Sie spürt, wann sie gebraucht wird und wann nicht. Dem Partner oder der Partnerin ist sie Gesprächspartner und Stütze. Sie löst ihn oder sie ab, wenn eine Pause nötig wird. Oft ist die Doula ein wichtiger Ruhepol und sie kann auch eine Verbindung zu Ärzten und Hebammen sein.
  3. Mehr Spontangeburten – 
    weniger Kaiserschnitte
    Sehr viele Frauen wünschen sich eine spontane Geburt. Einige haben sogar richtig Angst vor einem Kaiserschnitt. Kein Wunder, denn in Deutschland kommt fast jedes dritte Kind im OP zur Welt. Die WHO hält nur 10 bis maximal 15 Prozent der Kaiserschnitt-Geburten für medizinisch notwendig.
    Wissenschaftliche Untersuchungen und Studien haben ergeben, dass die Geburtsbegleitung einer Doula ein großer Gewinn in der modernen Geburtsarbeit ist. Die Cochrane Collaboration, eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, hat im Jahr 2012 unter anderem festgestellt, dass die Kaiserschnitt-Rate bei von Doulas begleiteten Geburten niedriger ist. Auch andere Interventionen wie der Einsatz von Saugglocke oder der Geburtszange sind deutlich seltener.
  4. Psychischer und physischer Beistand – 
    egal was passiert
    Schon immer liegen Freud und Leid sehr nah beisammen. Ob medizinische Indikation zum ungewollten Kaiserschnitt oder Überforderung in der Schwangerschaft, Wochenbett-Depression oder stille Geburt: Eine Doula fängt ihre Schwangere und deren Familie immer sanft auf und weiß, was als nächstes zu tun ist. Sie hat Kontakte und Adressen, wenn ein Problem ihren eigenen Kompetenzbereich verlässt und schenkt Zeit, Mitgefühl und eine Schulter zum Anlehnen.
  5. Ein paar helfende Hände mehr –
    in der Klinik oder bei der Hausgeburt

    Manche Gebärende wollen gerne für sich sein und sind extrem anspruchslos. Ihnen reicht gemeinsames Atmen oder einfach nur das Wissen um den Beistand der Doula über lange Phasen der Geburt. Aber es gibt auch einige, die gerne das Kirschkernkissen während der Wehe auf dem Rücken und gleichzeitig den kalten Waschlappen auf der Stirn haben wollen. Manche stützen sich auf die Schultern des Partners und brauchen zusätzlich die Massage des Kreuzbeins zur Schmerzlinderung. Nicht immer kann die Hebamme das zusammen mit dem Partner oder der Partnerin leisten. In den Kliniken ist eine Hebamme häufig für mehr als eine Gebärende zuständig. Eine Doula ersetzt niemals eine Hebamme, aber sie kann mit der Hebamme zusammen ein wundervolles Team bilden, das sich gegenseitig zum Wohle der Frau unterstützt.
    Auch bei Hausgeburten gibt es für die Doula immer genug zu tun. Badewasser will ein- und ausgelassen werden. Waschlappen müssen manchmal im Zwei-Minuten-Takt mit kaltem Wasser gekühlt werden. Kaffee zum Dammschutz muss gekocht und Folien ausgebreitet werden. Manchmal sind weitere Kinder des Paares ebenfalls am Geburtsort und brauchen Aufmerksamkeit. Ist das Baby geboren, räumen Doula und Hebamme zusammen auf, sodass Partner oder Partnerin sich sofort zusammen mit der Mutter auf das neue Familienglück einlassen können.
  6. Zufriedene Mütter –
    schöne Erinnerungen an das Geburtserlebnis

    Was für die eine Frau die absolute „Traumgeburt“ war, wäre für die andere vielleicht genau das, was sie nicht möchte. Das subjektiv positive Erleben der Geburt und die währenddessen erlebten Gefühle – im Idealfall so etwas wie Sicherheit, Vorfreude und Geborgenheit –, prägen die Erinnerungen, die unser Unterbewusstsein später speichert.
    Je nach Geburtsverlauf kann es sinnvoll sein, sich für die eine oder andere Intervention zu entscheiden. Geschieht dies bewusst und selbstbestimmt, kann die PDA, die Eröffnung der Fruchtblase, ja selbst der Kaiserschnitt als positiv in Erinnerung behalten werden. Eine Doula trägt maßgeblich dazu bei, dass eine Frau ein für sie positiv wahrgenommenes Geburtserlebnis in ihre Erinnerungen aufnehmen darf.
  7. Für ein entspannte Stillbeziehung –
    von Anfang an 
    Stillen ist die natürlichste Art ein Baby zu ernähren. Es muss jedoch nicht immer die einfachste sein. Wenige Ärzte und auch nicht alle Krankenschwestern und Hebammen sind als Still-Spezialisten anzusehen. Häufig wird die Mutter durch gut gemeinte Ratschläge bereits in den ersten Stunden der Stillbeziehung verunsichert und verliert das Vertrauen in ihren Körper. Eine Doula vermittelt auch hier die nötige Sicherheit, um Entscheidungen selbstbestimmt und gut informiert zu treffen.
  8. Ersatz für den Partner bei der Geburt –
    wenn die Schwangere sonst alleine wäre
    Die Doula kann eine große Unterstützung sein, wenn die Frau niemanden hat, der sie zur Geburt begleiten kann. Manchmal müssen werdende Väter arbeiten und es ist unklar, ob sie es rechtzeitig zur Geburt schaffen werden. Einige Frauen wollen den Vater des Kindes aus unterschiedlichen Gründen (lieber) nicht dabei haben oder der Vater trifft diese Entscheidung selbst. Vielleicht will auch ein Geschwisterkind zuhause betreut werden. Die Doula kann in diesem Fall die Aufgaben des Partners mit übernehmen.
  9. Geburtsbericht –
    bleibende Erinnerungen
    Wenn die Eltern es wünschen, kann die Doula das Geburtserlebnis mit ein paar Fotos und / oder kurzen Videosequenzen dokumentieren. Die Absprachen darüber werden in Ruhe in den Vorgesprächen getroffen. Zum Abschlussgespräch überreicht die Doula einen persönlich geschriebenen und mit den Fotos gestalteten Geburtsbericht als bleibende Erinnerung.

Wünschst Du Dir die Geburtsbegleitung einer Doula? Dann melde Dich gerne bei mir. Vielleicht wollen wir uns kennenlernen oder ich kann Dir eine Doula-Kollegin vermitteln ♡