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Das Doula-Honorar. Bist Du es Dir wert?

Ja, ich nehme Geld für meine Arbeit. Und ja, vielleicht erscheint Dir der Betrag von 690 Euro, der da hinter meinem Standard-Doulapaket steht, hoch. Vielleicht auch zu hoch?

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Ich erlebe manchmal, dass sich jemand nicht vorstellen kann, welcher Zeitaufwand sich aus der Doula-Begleitung ergibt. Ich schreibe hier ein kleines Rechenbeispiel auf. Dabei gehe ich von meiner persönlichen durchschnittlichen Klientin aus, die ihr Kind innerhalb weniger Stunden auf die Welt bringt. Ich begleitete tatsächlich bislang nur kurze bis sehr kurze Geburten. Sollte eine Geburt dann doch einmal länger dauern, was ja eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich ist, geht mein Rechenbeispiel natürlich zu meinen Ungunsten nicht mehr auf 😉

6 Stunden inklusive Fahrtzeit für die 2 Treffen vor Deinem Geburtszeitraum
3 Stunden inklusive Fahrtzeit für 1 Treffen im Wochenbett mit Abschlussgespräch
8 Stunden Geburtsbegleitung ab den ersten Wehen bis Du mich nicht mehr brauchst inklusive Fahrtzeit
5 Stunden Beratung via Telefon, Email oder WhatsApp
2 Stunden für den persönlichen Geburtsbericht

200 Euro für die 24-Stunden exklusive Rufbereitschaft im Geburtszeitraum (10 Tage vor Deinem errechneten Termin bis zur Geburt Deines Kindes

Wer mag, errechnet hier dann einen Stundenlohn von etwa 20 Euro. Nicht berücksichtigt sind bislang meine Nebentätigkeiten am Schreibtisch wie beispielsweise die Rechnungsstellung, das individuelle Zusammenstellen der Unterlagen für jede Klientin, die Vor- und Nachbereitung der Termine…

Nun, es scheint fast so als würde das Honorar nur so „hoch“ wirken, weil es da so als  aufsummierter Einmalbetrag steht. Schließlich kostet ein Friseurbesuch auch nicht nur 20 Euro, die Kosmetikerin nimmt auch Geld und von der Wellness-Massage brauchen wir gar nicht erst anzufangen…

Doch auch wenn die Doula-Begleitung ihr Geld wert ist, so hat nicht jede Familie diesen Betrag so einfach zur Verfügung… Und vielleicht fällt es Dir schwer, so viel Geld vom Familienbudget für Dich, Deine Schwangerschaft, Dein Geburtserlebnis zu beanspruchen. Doch wenn Du Dir eine Geburtsbegleitung durch eine Doula wünschst, dann solltest Du Dir das auch ermöglichen. Hier sind ein paar Ideen dazu:

♡ Lass Dir die Geburtsbegleitung von Freunden und Verwandten statt Strampler und Rasseln zur Geburt schenken.
♡ Sprich mich auf eine ganz niedrig angesetzte Ratenzahlung an, die gut mit Eurer finanziellen Situation harmoniert.
♡ Gebrauchte Kindersachen sparen viel Geld und sind übrigens kein Armutszeugnis. Im Gegenteil – im Hinblick auf Schadstoffe und Nachhaltigkeit sind sie sogar die bessere Wahl. Angefangen beim Kinderwagen und den Kinderzimmermöbeln über das Tragetuch bis hin zu den Baby-Anziehsachen – Potenzial zum Sparen gibt es hier reichlich.
♡ Sortiere ein paar Dinge aus, die Du vielleicht sowieso nicht mehr brauchst und verkaufe sie 🙂
♡ Doula-Paket Light – Manche Frauen wünschen sich eine Doula-Begleitung zur Geburt, aber brauchen kein Drumherum. Vielleicht kann der Partner nicht bei der Geburt dabei sein oder die Hebamme macht eine tolle Geburtsvorbereitung und es besteht einfach kein Bedarf an weiterer Beratung und Betreuung. Ich habe mich deshalb entschieden, mein Doula-Paket künftig auch in einer Light-Version anzubieten. Kostenpunkt: 450 Euro. Weitere Infos findest Du hier.
♡ Auch wenn Du überhaupt keine Möglichkeit siehst, meine Arbeit auch nur ansatzweise bezahlen zu können, melde Dich bitte trotzdem sehr gerne 🙂 Vielleicht finden wir gemeinsam einen Weg, beispielsweise über den Verein „Doulas in Deutschland e.V.“, der in bestimmten Fällen die Kosten für eine Begleitung übernimmt, oder über andere Förderstellen.

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass die gute Betreuung während Schwangerschaft und Geburt eigentlich keine finanzielle Privatleistung sein sollte. Jedoch warst Du vielleicht auch schonmal beim Heilpraktiker und beim Osteopath oder hast ein anthroposophisches Medikament auf eigene Rechnung gekauft. Das Doula-Honorar reiht sich in diese Liste wertvoller zusätzliche Investitionen für Dein Wohlbefinden und Deine Gesundheit ein.

 

 

 

15 Tipps für ein friedliches Wochenbett

Plötzlich ist alles anders. Gerade noch war da dieser große Bauch und die unbändige Vorfreude und nun liegt dieses kleine Baby in Deinem Arm. Die Geburt ist für die meisten Frauen ein großer Kraftakt. Zumindest jedoch stellt sie die Wöchnerin vor große Herausforderungen. Eine große Wunde in der Gebärmutter und mögliche Geburtsverletzungen wollen in Ruhe abheilen. Die Rückbildung des schwangeren Körpers und eine gewaltige hormonelle Umstellung beginnt. Gleichzeitig kommt der Milchfluss in Gang und will weiter angeregt werden. Die ganze Familienstruktur ändert sich durch das neue Familienmitglied und die Aufgaben, die es mitbringt. All das gelingt am besten, wenn Du Ruhe hast und Dich nur auf das Wesentliche konzentrieren musst. Hier habe ich 15 Tipps für Dich zusammengetragen, die Dir dabei helfen können, das Wochenbett friedlich und erholsam zu gestalten.

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1. Vorbereitung

Um die erste Zeit, wenn das Baby da ist, zu entschleunigen, kannst Du einiges vorbereiten. Markiere alle Anträge so, dass ganz einfach ersichtlich ist, was wann wie ergänzt werden kann. Wenn Du eine Gefriertruhe oder einen Gefrierschrank hast, lohnt es sich einige Dinge vorzukochen. Sorge außerdem rund um den VET für einen gut gefüllten Kühl- und  Vorratsschrank.

2. Liegen

Für die Rückbildung und Heilung Deines Körpers ist es essenziell, dass Du zumindest im frühen Wochenbett in den ersten 10 Tagen so viel wie möglich liegst. Es ist aus der Mode gekommen, das Wochenbett auch wirklich im Bett zu verbringen. Mein erstes Kind wurde auf der Neonatologie versorgt, sodass mir ein echtes Wochenbett verwehrt geblieben ist. Bei meinem zweiten Kind bin ich freiwillig keine zehn Stunden nach der Hausgeburt aufgestanden und zum Alltag übergegangen. Empfehlen kann ich das im Nachhinein überhaupt nicht. Der Beckenboden wird bei der Geburt sehr beansprucht. Es tut ihm gut, wenn Du ihn noch eine ganze Weile schonst. Ein Dammschnitt heilt am besten in der Horizontalen. Außerdem bringt das Liegen im Bett oder auf dem Sofa eine gewissen Entschleunigung mit sich, die sich positiv auf Deinen Gefühls- und Hormonhaushalt auswirken wird. Frauen, die zu früh zu viel machen, laufen Gefahr eine schmerzhafte Brustentzündung zu erleiden, länger als nötig mit dem Babyblues zu tun zu haben oder gar eine Wochenbettdepression zu entwickeln.

3. Hebamme

Ich höre immer wieder, dass Frauen glauben, sie brauchen eigentlich gar keine Nachsorgehebamme (mehr). Gerade wenn es nicht das erste Kind ist. Ich würde mir an Deiner Stelle trotzdem auf jeden Fall eine suchen. Sie kann Dir bei allen gesundheitlichen Fragen helfen, die plötzlich auftreten, ohne dass Du direkt einen Arzt konsultieren musst. Egal, ob es um Deine Brust, den Wochenfluss oder den Nabel vom Baby geht. Wenn Du magst, überwacht sie außerdem die Rückbildung Deiner Gebärmutter, hilft bei möglichen Schwierigkeiten beim Stillen und hat immer ein offenes Ohr für Deine Sorgen. Hier findest Du die Hebammenliste für den Bereich Donau-Ries.

4. Kuscheln

Nimm Dir viel Zeit, um mit Deinem Baby zu kuscheln. Am besten ganz entspannt, Haut an Haut im kuscheligen Bett. Dabei wird die Ausschüttung von Oxytocin angeregt. Das „Kuschelhormon“ ist essenziell für die Bindung und zusammen mit Prolaktin außerdem sehr wichtig für alle Abläufe im Körper rund ums Stillen.

5. Babyheilbad

Sollte die Geburt nicht so verlaufen sein wie Du Dir das für Dich und Dein Baby gewünscht hast, kann ein Babyheilbad Euch über diese Enttäuschung hinweghelfen. Bei diesem Ritual kommt Ihr Euch sehr nahe und könnt zum Beispiel nach einer Kaiserschnitt-Geburt auch das erste Bonding nachholen. Mehr dazu findest Du hier.

6. Stillen

Meistens spielt sich die Stillbeziehung innerhalb der ersten Tage gut ein. Mit einer guten Technik und ein paar Tricks sind überbeanspruchte oder wunde Brustwarzen oft nur kurz Thema. Bei sehr vielen Problemen rund ums Stillen kann Deine Hebamme Dir sicherlich wunderbar helfen. Sollten die Probleme tiefgreifender sein, gibt es speziell ausgebildete Stillberaterinnen, die ganz individuell Deine Situation betrachten. Eine Stillberaterin findest Du zum Beispiel hierhier oder hier.

7. Besuch

Empfange so viel oder wenig Besuch wie es Dir gut tut. Hör auf Dein Bauchgefühl. Vielleicht zählst Du zu den Frauen, die erstmal gar niemanden sehen wollen, die ihr Baby erstmal ganz für sich alleine haben wollen. Dann steh dafür ein. Als Kompromiss kannst Du eine Sammeleinladung zum „Baby begrüßen“ aussprechen: Dafür setzt Du ein Zeitfenster von 1-2 Stunden an und lädst alle ein, die es nicht erwarten können, Dein Kind zu sehen. Dafür braucht es keine große Bewirtung, vielleicht ein Glas (antialkoholischem) Sekt zum Anstoßen.

8. Babyblues

Sei nicht überrascht, wenn am Himmel plötzlich dunkle Wolken aufziehen. Vielleicht bist Du plötzlich so, so, so traurig. Oder Du weinst bei jeder Gelegenheit, bei jeder Kleinigkeit, ohne eigentlich zu wissen warum. Um den Babyblues zu überwinden, der zwischen Tag 2 und 5 nach der Geburt auftreten kann, ist es am besten, wenn Du Dich nur um Dich und das Baby kümmern musst. Wenn Du auf niemanden zusätzlich Rücksicht nehmen musst. Lass die Gefühle zu und wehr Dich nicht. Es geht vorbei. Und zwar normalerweise so schnell wie es gekommen ist. Wenn nicht, sprich bitte Deine Hebamme oder Deine Doula darauf an. Ansonsten findest Du auch Hilfe bei Schatten & Licht e.V. 

9. „Fette Henne“

Die „Fette Henne“ ist eine wertvolle Tradition von früher, die ein Revival wirklich verdient hat. Dabei stellen Freunde, Nachbarn und Familie einfach frisch zubereitetes Essen vor die Türe oder geben es kurz und ohne viele Worte ab. Wichtig ist, dass allen dabei klar ist, dass keine Einladung ins Haus erwartet wird. Das stellt eine große Entlastung für die frisch gebackene Familie dar, weil die Zeit fürs Kochen und im Idealfall auch für größere Einkäufe eingespart wird. Gerade wenn das Neugeborene nicht das erste Kind ist und Geschwisterkinder versorgt werden wollen, ist dieser Brauch eine schöne Idee. Vielleicht magst Du ja eine gute Freundin bitten, Dir im Wochenbett eine „Fette Henne“ zu organisieren.

10. Trinken

Trinkst Du genug? Damit Dein Körper das in der Schwangerschaft eingelagerte Wasser schnell und einfach wieder aus dem System spülen kann, ist es hilfreich, wenn Du viel trinkst. Außerdem macht Stillen in der Regel durstig. Vielleicht magst Du Dir angewöhnen, dass Du immer ein Glas oder eine Flasche in Reichweite hast, wenn Du Dein Baby anlegst. Wie immer gilt natürlich, am besten für Deinen Körper ist Wasser. Stilles Wasser hat übrigens das Potenzial, den Körper gleichzeitig auch noch zu entgiften.

11. Schlaf

Schlaf, wenn Dein Baby schläft. Wann immer Wöchnerinnen mir von Problemen mit Übermüdung berichten, haben sie sich nicht an diesen wirklich gut gemeinten und sehr wichtigen Rat gehalten. Es ist zu verlockend, endlich mal in Ruhe zu duschen, wenn das Baby schläft oder schnell mal ein paar Dinge aufräumen, einfach mal wieder für sich sein. Aber unter Umständen rächt sich das dann, wenn das Baby nachts noch nicht so gut schläft…

12. Entspannung

Nutze jede Möglichkeit, um Dich zu entspannen. Durch die Hormonumstellung oder wenig Schlaf bist Du vielleicht leicht reizbar oder die neue Situation überfordert dich manchmal. Lass Dich von Deinem Mann, einer Freundin oder Deiner Doula massieren, mach Yoga-Übungen oder nutze die Kraft der Meditation, um Dich zu zentrieren. Schöne geführte Meditationen findest Du hier auf YouTube bei Mojo Di oder bei Laura Malina Seiler.

13.  Hilfe annehmen

Bist Du auch ein wenig perfektionistisch veranlagt und willst zu denen gehören, die im Wochenbett vermeintlich alles alleine schaffen und trotzdem superglücklich, ausgeschlafen und immer gut gelaunt sind? Wir haben hohe Ansprüche an uns und sind es nicht mehr gewohnt, Hilfe anzunehmen. Und oft ist es uns wichtig, dass andere uns für unsere Leistungen und Anstrengungen bewundern. Das Wochenbett ist eine gute Gelegenheit, um einige Einstellungen und Gewohnheiten zu überdenken und Dich neu auszurichten. Hilfe bekommen und vor allem annehmen können, Entlastung erfahren, das tut so gut! Gönne Dir diesen Luxus und sei es Dir wert, Dir so Freiräume zu schaffen, um Dich auf die jetzt wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren. Bestimmt hast auch Du eine Freundin, eine Nachbarin, Deine Mama oder Schwester, die Dir gerne einige Dinge abnehmen würden und Dich im Wochenbett ein bisschen umsorgen. Vielleicht hat auch Dein Mann Urlaub oder nimmt Elternzeit. Du hast außerdem das Recht auf eine Haushaltshilfe nach der Geburt. Sie kann sich um Geschwisterkinder und den Haushalt kümmern. Dazu sprichst Du Deine Krankenkasse am besten schon in der Schwangerschaft an. Auch eine Wochenbett-Doula kann Dir eine liebevolle und hilfreiche Begleitung sein, die Dich psychisch und physisch unterstützt bis Du wieder komplett im Alltag angekommen bist. Im Gegensatz zur Haushaltshilfe hat sie noch ein bisschen mehr Möglichkeiten, sich mit Gesprächen, Massagen und Entspannungstechniken auch um Dein persönliches Wohlbefinden zu kümmern. Du könntest Dir diese Begleitung ja zum Beispiel anstatt Windeltorte und Co. zur Geburt wünschen. Wenn Du in meiner Nähe wohnst (Nördlingen, Donauwörth, Rain, Augsburg, Friedberg…) interessiert Dich vielleicht mein Angebot dazu.

14. Geschwister

Weil Mama und Baby zunächst naturgemäß viel Zeit miteinander verbringen, kann das eine Chance für die Beziehung von Papa und Geschwisterkind(ern) sein. Papa macht vielleicht alles ein bisschen anders, aber das muss deshalb ja nicht bedeuten, dass es schlechter ist. (Falls Du damit Probleme hast, entspann Dich unbedingt und lass ihn machen.) Achte am besten darauf, jedem Deiner Kinder (exklusive) Zeit mit Dir zu schenken. Auch Rituale wie Geschichten erzählen oder vorlesen beim Stillen helfen, ein neues Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, selbst wenn das Baby dabei ist. Manche Kinder werden auch sehr gerne in die Pflege des Babys mit einbezogen. Auch wenn anfangs in den allermeisten Fällen keine Probleme unter den Geschwistern auftreten, empfehle ich gerne den passenden Artikel vom wundervoll hilfreichen Blog „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“. Ich finde, es schadet nicht zu wissen, was großer Bruder oder große Schwester werden für kleine Kinder bedeuten kann…

15. Closing-Ritual

Wenn das Wochenbett nach acht Wochen dann zu Ende geht, erlebt die Mutter erneut eine Übergangsphase. Der Alltag hat vielleicht längst wieder begonnen, das Baby ist gar nicht mehr so klein wie noch vor so kurzer Zeit. Manchmal trauern Frauen der glücklichen und vielleicht unbekümmerten Schwangerschaft nach, vor allem, wenn das Baby seine Mutter mit seinen Bedürfnissen sehr fordert.  In dieser Zeit kann die sogenannte Closing / Sealing  Zeremonie gestaltet werden. Es hilft der Mutter loszulassen, mit Schwangerschaft und der Geburt abzuschließen und es erleichtert den Beginn der neuen Lebensphase. Im Zentrum steht eine spezielle, sehr angenehme und ruhige „Massage“ mit dem Rebozo. Manchmal ist dieses Erlebnis sehr emotional und befreiend. Gerne kann ich dieses Ritual für Dich und mit Dir machen. Mehr dazu findest Du hier. Du kannst Dir dafür auch einfach einen Gutschein zur Geburt wünschen.

Kein Fisch mit Reis – Plädoyer fürs Stillen

Anlässlich der Weltstillwoche 2018 veröffentliche ich hier einen ganz persönlichen Text. Ich möchte vorab ganz ausdrücklich versichern, dass mir das Recht auf Selbstbestimmung einer Frau in jedem Fall wichtiger ist als das Stillen an sich. Es gibt viele Gründe, warum eine Frau vielleicht nicht stillen möchte. Oder nicht besonders lange. Stillen basiert auf einer Beziehung zwischen Mutter und Kind. Wie in jeder Beziehung sind alle Bedürfnisse der Beteiligten zu achten. Wenn eine Mutter nicht stillen möchte, ist das unbedingt zu respektieren. Ich selber habe das Stillen als einfach, schön und praktisch erlebt. Und deshalb kommt hier mein Plädoyer fürs Stillen: 

„Pre-Nahrung, das ist ein bisschen wie Fisch mit Reis. Ein Gericht, immer dasselbe, zu jeder Mahlzeit. Fisch mit Reis, das ist nicht ungesund, dick wird man auch nicht davon, aber es ist halt trotzdem Fisch mit Reis zu jeder Mahlzeit.“

Ich mag den Vergleich. Eine tolle Hebamme in meinem Umfeld hat ihn in ihrem Geburtsvorbereitungskurs gebracht. Ich finde es schön, dass sich inzwischen so viele Frauen bewusst fürs Stillen entscheiden. Um ihr Kind natürlich zu ernähren. Und zum Glück hat Stillen ja noch so viele, viele andere Vorteile und wirkt bei so vielen von Babys Bedürfnissen Wunder…

Stillen als adäquate Form der Ernährung von Neugeborenen – das scheint in unserer Gesellschaft also angekommen zu sein. Doch es erstaunt mich immer wieder, wie wenig Akzeptanz all die anderen so praktischen Funktionen des Stillens erfahren. Für die Stillende und ihr Kind ist es nämlich erstmal egal, warum das Baby stillen möchte. Es möchte stillen und wird gestillt. Ein Bedürfnis wird gestillt. Ob das nun das Bedürfnis nach Nähe, Hilfe beim Verarbeiten von vielen Reizen oder beim Einschlafen, Bauchschmerzen, Unwohlsein oder das Ankurbeln der Milchproduktion für den nächsten Schub ist, spielt dabei keine Rolle. Ein Beispiel.

GUTGEMEINTE RATSCHLÄGE & VERALTETES WISSEN

Eine Frau, die ich im August bei der Geburt begleitet habe, hat ein Kind geboren, das die ersten Stunden seines jungen Lebens nur am Busen zufrieden schien. Kaum von der Brustwarze gelöst, wurde das Neugeborene – noch keine 48 Stunden alt – unruhig. Es suchte seine Mama. Es suchte weiter und weiter und zappelte und ruderte mit den Armen. Schließlich begann es zu weinen. Bis es seiner Mama wieder ganz nah sein konnte. An der Brust natürlich. Dann war sofort Ruhe. Als eine Pflegefachkraft des Krankenhauses dies mitbekam, schritt sie forsch ins Zimmer der beiden, dockte das Kind ab und legte es in das Beistellbett, das bislang nur als Ablage fungierte. Sie erklärte der Mutter, dass das so nicht gehe. Das Baby müsse mal zur Ruhe kommen. Und der Körper der Frau solle auch zur Ruhe kommen. Das Baby sei ein „Schlawiner“ und wisse schon ganz genau, wie es seinen Willen durchsetzen könne. Es würde „ja nur nuckeln“. „So geht das nicht.“ Während sie so redete, wurde das Kind (Überraschung!) unruhig. Es begann zu suchen. Es wollte zurück zu seiner Mama. Die fremde Frau unternahm einige vergebliche Beruhigungsversuche. Das Baby war ganz offensichtlich nicht einverstanden. Nach einiger Zeit war sich die Pflegefachkraft sicher: Mit dem Kind kann etwas nicht stimmen. Es sei ja total unentspannt. Ein Kinderarzt müsse prüfen, ob mit dem Kind überhaupt alles in Ordnung sei. Und weg war die Frau mit ihren längst veralteten Ansichten und den gutgemeinten Ratschlägen…

VERSTECKTE KRITIK

Eine andere Frau legt ihr Baby zum dritten Mal während eines Nachmittagskaffees an. „Ah, machst Du dem Kind schon wieder den Schnuller-Ersatz…“ Zum Glück wissen zwar mittlerweile viele Menschen, dass Stillen nicht nur der Ernährung eines Babys dient. Aber wer so etwas sagt, hat ganz offensichtlich keine natürliche Einstellung zu den normalen Bedürfnissen von Säuglingen und auch Kleinkindern. Vor der ganzen Verwandtschaft richtig zu stellen, dass der Schnuller ja wohl eher der eigentliche Ersatz für die mütterliche Brust ist, dazu fehlte der Frau ganz einfach die Kraft. Zurück blieb bei ihr eine gewisse Scham und das Gefühl, vielleicht doch etwas falsch zu machen…

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Dabei kann man mit dem Stillen gar nichts falsch machen. Stillen ist ein wahres Wundermittel – immer verfügbar und kostenlos. Stillen ist nicht nur Bindung, Beruhigung & Nähe und Stillen vermittelt nicht nur Sicherheit & Trost. Stillen wirkt auch als natürliches Schmerzmittel und hilft gegen das „Heimweh nach der Gebärmutter“. Außerdem ist Muttermilch reich an Antikörpern und hilft dem Baby so beim Aufbau einer guten Immunabwehr. Sogar die Darmfora wird initial durchs Stillen unterstützt. Und dann fördert Stillen auch noch die schnelle Rückbildung des weiblichen Körpers und das Brustkrebs- sowie SIDS-Risiko. Was will man mehr…

Während ich das alles schreibe, denke ich jedoch auch traurig und voller Mitgefühl an die vielen Frauen, denen der Stillstart (unnötig) schwer gemacht wird. An Frauen, die gerne gestillt hätten, es jedoch warum auch immer nicht konnten. Frauen, die um die Stillbeziehung, die sie nicht hatten, noch Jahre trauern… Interessant zu wissen ist in diesem Zusammenhang auch, dass lediglich 2 bis 3 Prozent aller Frauen physiologisch tatsächlich „zu wenig Milch haben“. Viel häufiger führen nicht fachgerechte Empfehlungen, die auf veraltetem Wissen basieren, und psychischer Stress, der damit einhergeht, zu massiven Stillproblemen und einer Abstillspirale durch unnötiges Zufüttern.

Deshalb ist es mir so wichtig, dass jede Frau weiß, dass es gut ausgebildete Stillberaterinnen in nahezu jeder Stadt gibt. Google wird Dir helfen, eine Expertin in Deiner Nähe zu finden. Außerdem kannst Du auch bei der La Leche Liga, bei der AFS oder beim BDL Hilfe finden. Sogar eine kostenlose Hotline und eine Email-Beratung gibt es. Dazu kommen die vielen Stillgruppen und Stillcafés. Und das Forum Stillen und Tragen kann ich Dir auch noch ans Herz legen. Und scheu Dich bitte nicht, Ratschläge zu hinterfragen – selbst wenn sie von medizinischem Fachpersonal kommen… Eine Stillberaterin durchläuft eine ausführliche Ausbildung und beschäftigt sich ausschließlich mit dem Thema. Sie ist Deine kompetente Ansprechpartnerin bei allen größeren Problemen rund ums Stillen, bei dem Deine Hebamme möglicherweise an ihre Grenze kommt. Vor dem unerwünschten Abstillen beispielsweise sollte immer der Rat einer Stillberaterin eingeholt werden…

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Geburt ohne Schmerzen?

IFotor_15364122871755m Film gebären Frauen ihre Kinder oft unter herzzereißendem Schreien, der ganzeKörper verkrampft, das Gesicht schmerzverzerrt. Mütter berichten sich gegenseitig von unvorstellbaren Schmerzen, von schweren Geburtsverletzungen und manch eine sagt sogar, „dass sie das kein zweites Mal braucht“.

Und dann sind da diese Frauen, die lächelnd von ihren schmerzarmen oder gar schmerzfreien Geburten erzählen. Die ihre Kinder nicht auf die Welt pressen, sondern „nach unten atmen“ oder sanft auf die Welt schieben.

Die Wahrheit liegt für die meisten Frauen wohl irgendwo dazwischen. Jedoch macht es durchaus Sinn, sich als Schwangere die Frage zu stellen, ob es nicht vielleicht Möglichkeiten gibt, die einer Geburt den Schmerz nehmen können. Oder ihn zumindest abmildern. Was braucht es dafür? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein. Und wer kann dabei helfen, das zu erreichen.

Bitte bedenke: Wir sind alle unterschiedlich und haben ganz individuelle Vorstellungen von unserer Welt. Was für die eine Frau wunderbar passt, ist für die andere vielleicht viel zu esoterisch. Ich habe hier ganz viele Ansätze gesammelt. Sieh‘ es als eine Art Buffet an – Du suchst Dir einfach aus, was Du am liebsten magst.

Körperliche Entspannung

Schmerz entsteht durch Widerstand, durch Anspannung und Verkrampfen. Deshalb ist es so wichtig, dass Du Dich unter der Geburt entspannen kannst.

Massage
Wehen fühlen sich nicht immer gleich an, deshalb gibt es auch keine allgemeingültige Regel für eine Massage unter der Geburt. Jede Frau nimmt die Wehen mitunter bei jeder Geburt anders war. Die Wehen können im Bereich der Gebärmutter spürbar sein oder auch im unteren Rücken. Sie äußern sich durch ein Ziehen, Drücken, Brennen oder Krampfen. Viele Frauen genießen Berührungen und Massagen wenigstens zeitweise unter der Geburt. Manchmal hilft Wärme – etwa die Massage mit einem warmen Kirschkernkissen am Kreuzbein. Manchen tut sanftes Schaukeln mit dem Rebozo-Tuch besonders gut. Oder es ist beides im Wechsel angenehm. Die Massage kann Deine Hebamme, Dein Partner oder Deine Doula übernehmen. Wichtig ist, dass Du immer sofort sagst, wenn Dir eine Berührung unangenehm ist. Das kann sich auch ganz schnell ändern – was vor fünf Minuten perfekt war, kann plötzlich komplett unerwünscht sein.

Fotor_15364125119049Bewegung
Viele Frauen kommen in Bewegung besser mit den Wehen klar. Umhergehen oder sanft mit der Hüfte kreisen, tut vielen Frauen gut. Die Bewegungen fließen oft ganz automatisch, wenn die Gebärende die Möglichkeit hat, sich frei zu bewegen. Während der Wehe kannst Du Dich je nachdem, was der Geburtsort hergibt, aufstützen (auf dem Partner / auf der Doula, auf einer hohen Fensterbank, auf dem Wickeltisch, auf einer Kommode, auf der Waschmaschine, auf dem Kreißbett etc…) oder Dich an etwas festhalten und Dich so „fallen lassen“ (gehalten vom Partner / der Doula, an einem (Trage-)Tuch, an einer stabilen Handtuchstange im Bad etc.). Auch ein Gymnastikball wird häufig als angenehm zum Hüftkreisen und in Bewegung bleiben empfunden, wenn die Kräfte fürs umhergehen gerade nicht ausreichen.

Fotor_15364127236960Entspannungsbad
Viele Frauen können sich in der Badewanne im warmen Wasser gut entspannen. Ätherische Öle als Badezusatz können den Effekt noch verstärken. Im Krankenhaus musst Du vielleicht ausdrücklich um ein Entspannungsbad bitten. Bei einer Hausgeburt ist es im Geburtspool oder in der „Regentonne“ meist noch angenehmer als in der Badewanne, weil der Körper viel besser mit Wasser bedeckt ist.

Wehen veratmen
Das Atmen ist unter der Geburt ein Schlüssel zu Deinem Wohlbefinden und außerdem auch wichtig für Dein Baby. Wenn Du flach atmest oder hyperventilierst, seid Ihr beide nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Deinen ersten Wehen kannst Du zum Beispiel mit einer langen, tiefen Bauchatmung begegnen. Du entspannst Dich dabei effektiv und Dein Baby bekommt gleich noch eine Extra-Portion Sauerstoff. Werden die Wellen intensiver, kannst Du ganz bewusst in die Anspannung, in die Kontraktion der Gebärmutter atmen. Du kannst auch den Schmerz kraftvoll aus Deinem Körper herausatmen. Wichtig ist bei allen Atemtechniken, dass die Betonung auf dem Ausatem und nicht auf dem Einatem liegt.

Tönen
Je weiter die Geburt fortschreitet, desto eher wirst Du vielleicht das Bedürfnis haben „lauter zu werden“. Dabei geht es nicht um Schmerzensschreie, sondern um einen begleitenden Ton beim Ausatmen. Es beginnt vielleicht mit einem Seufzen und geht in ein Stöhnen über oder wenn Du nicht so gut aus Dir herausgehen kannst, hilft auch ein bewusstes Ausatmen auf die Laute A, U oder O. Wobei A der Laut ist, der am besten öffnet. Mund und Muttermund haben Bezug zueinander. Wenn Du die Lippen fest aufeinander gepresst hältst und die Zähne zusammen beißt, öffnet sich Dein Muttermund schwerer.

 

Mentale Entspannung

Fotor_153641281969270Wenn Du Dich sicher fühlst und frei von Ängsten bist, hat Dein Geist die Möglichkeit, die Schmerzen nicht als potenziell gefährlich einzustufen. Denn Schmerz entsteht auch zu einem gewissen Teil im Kopf über die Bewertung der körperlichen Empfindung. Wenn Dein Geist entspannt ist, kannst Du die Kontraktionen als Wellen annehmen und Dich ihnen hingeben. Im Idealfall begrüßt Du jede Welle und durchlebst sie als eine gewisse Anstrengung, die Du jedoch nicht negativ bewertest. Vergiss nicht, dass Dich jede einzelne Wehe dem großen Moment der Geburt und damit der ersten Begegnung mit Deinem Baby auf dieser Welt ein Stückchen näher bringt.

Ruhe
Je mehr Ruhe Du hast, desto besser kannst Du Dich auf Dich selbst konzentrieren.  Wenn Du nicht abgelenkt wirst, bleibt Dein Geist ruhig und entspannt. Sorge gut für Dich unter der Geburt. Es ist möglich, dass Dir manches plötzlich zu laut oder zu viel ist. Dann scheu Dich nicht davor, Deinem Wunsch nach Ruhe Ausdruck zu verleihen. Willst Du das nicht selber machen, bitte Deinen Partner für Dich einzustehen. Gerade die Eröffnungsphase ist sehr sensibel und auch störanfällig. Geh in Dich, sprich mit Deinem Baby, sag ihm wie sehr Du Dich freust, dass Du es bald in den Armen halten wirst.

Meditatives Atmen
Der Atem kann Deinen Körper entspannen und versorgt Dich und Dein Baby mit Sauerstoff, aber er kann Dich auch sehr gut mental beruhigen. Setze den Fokus Deiner Aufmerksamkeit auf Deinen Atem und lass‘ den Rest um Dich herum in den Hintergrund treten. Eine Übung, die mir persönlich besonders geholfen hat, habe ich ausführlich hier beschrieben.

Meditationsmusik / Meditations-CDs
(Sanfte) Musik oder auch spezielle, angeleitete Meditationen (Hypnobirthing) können Dir dabei helfen, Dich auf die Geburt einzulassen und den Kopf frei zu bekommen. Am besten hast Du CD und mp3-Player parat. Du kannst dann unter der Geburt entscheiden, ob Du lieber mit Kopfhörern ganz in Dir versinken und Dich ein bisschen zurückziehen willst oder die Musik lieber im Kreißsaal abspielen lassen möchtest.

Fantasiereisen
Wenn Du magst, kann Dein Partner oder Deine Doula Dir eine Fantasiereise vorlesen. Besonders am Anfang der Geburt oder wenn die Wehen nochmal eine kleine Pause machen, kann Dich die Konzentration durchs Zuhören von den Kontraktionen ablenken und dich entspannen. Mögliche innerliche Blockaden können sich so lösen.

Mantra
Eine einfache, aber effektive Übung ist das Mantra-Atmen. Dabei sprichst Du in Gedanken (oder auch flüsternd) beim Ein- und Ausatmen immer abwechselnd die beiden Worte „Lass los“. Einatmen „Lass“ – ausatmen „los“. Durch die Konzentration auf das Mantra beruhigt sich Dein Geist und Du kannst natürlich auch besser loslassen 🙂

Innere Bilder
Innere Bilder können dem Körper bei der Geburtsarbeit helfen. Stell Dir eine Blüte vor, die sich öffnet. Eine Rose vielleicht. Betrachte die Blüte vor Deinem inneren Auge in allen Einzelheiten und male Dir aus, wie die Knospe immer weiter und weiter wird. Die Gedanken daran werden Dir helfen, Dich selbst zu öffnen.

 

(Alternative) Schmerztherapie

Hypnobirthing
Richtig angewendet bietet diese Technik der Selbsthypnose einen sehr vielversprechenden Weg, um eine schmerzarme Geburt zu erleben. In speziellen Geburtsvorbereitungskursen werden Dir und Deinem Partner Atem- und Entspannungstechniken für jede Phase der Geburt vermittelt. Außerdem werden Ängste und Befürchtungen abgebaut und das Vertrauen in die Gebärkraft des eigenen Körpers gestärkt. Für einen ersten Eindruck kannst Du eines der inzwischen zahlreichen Bücher zum Thema lesen. Ich empfehle Dir „HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt“ von Marie F Mongan.

Homöopathie
Viele Hebammen kennen sich gut mit homöopathischen Möglichkeiten der Schmerzlinderung unter der Geburt aus. Frag einfach danach, am besten im Rahmen der vorbereitenden Gespräche. Halte den Wunsch nach alternativen Methoden zur Schmerzlinderung in Deinem Geburtsplan fest.

TENS (Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation)
In Deutschland scheint diese Methode noch recht wenig verbreitet zu sein und bestimmt ist es auch nicht für jede Frau geeignet. Elektroden werden an bestimmten Punkten am Körper befestigt und geben sanfte Stromimpulse. Vereinfacht gesagt, wird dadurch die Weiterleitung von Schmerzimpulsen ans Gehirn unterbrochen. Sprich einfach Deine Hebamme an, ob sie sich mit TENS auskennt.

Schmerzmittel
Wenn Du in einer Klinik gebären möchtest, wirst Du Zugang zu diversen weiteren Möglichkeiten zur (medikamentösen) Schmerzlinderung haben. Informiere Dich bereits vorher ausführlich über PDA & Co. und überlege Dir gut, ob Du möglicherweise darauf zurückgreifen möchtest.

Vielen Dank an meine liebe Freundin und Kollegin Miri, die mir die wundervollen Bilder der Geburt ihres ersten Kindes zur Verfügung gestellt hat. Sie hat in Begleitung ihrer Hebamme und ihrer Doula Franzi zuhause im Wasser geboren. Miri und Franzi, die die Bilder gemacht hat, sind Teil von von den Kleine Wunder Doulas.

Babyheilbad. Eine zweite Chance fürs Bonding.

Doula Geburtsbegleitung Kerstin Rohrer in Augsburg, Friedberg, Gersthofen, Neuburg an der Donau, Ingolstadt, Donauwörth, NördlingenBei einem normalen Geburtsverlauf wirst du dein Kind, direkt nachdem Du es geboren hast, in die Arme schließen können. Es wird auf Deiner Brust liegen, in Deinem Arm, noch nass vom Fruchtwasser. Haut an Haut. Dein Baby wird Deinen warmen Körper zum ersten Mal „von außen“ spüren. Und Du wirst dieses weiche, warme, kleine Wesen zum ersten Mal AUF statt IN Dir spüren. Diese erste Begegnung ist für Dich sehr wichtig und spricht Deine Mutterinstinkte direkt an. Zudem erfährt das Baby dadurch eine sanfte Ankunft – geborgen bei Dir, seiner liebenden Mama. Dieser Moment verbindet Euch und bildet die Basis Eurer Beziehung. Nun, die Wirklichkeit entspricht allerdings nicht immer diesen idealen Voraussetzungen.

WENN DAS BONDING FEHLT.

Manchmal findet dieses Bonding so nicht statt. Bei einem Kaiserschnitt zum Beispiel, erwünscht oder nicht, bei Anpassungsschwierigkeiten des Babies, möglicherweise bei Frühgeburtlichkeit, bei Komplikationen im Allgemeinen. Dann kann im Nachhinein ein Babyheilbad oder Bondingbad nach Hebamme Brigitte Meissner helfen. Die Mama hat die Chance, mit dem Geburtsverlauf Frieden zu schließen und negative Gefühle aufzulösen. Das Baby erfährt eine besondere Geborgenheit und das Band zwischen Mama und Kind wird aufgebaut oder gestärkt.

HEILUNG IST MÖGLICH.

Das Bad wird am besten so schnell wie möglich nach der Geburt zum ersten Mal durchgeführt und danach bei Bedarf wöchentlich wiederholt. Jedoch kann es durchaus auch noch später, sogar mit bereits älteren Kindern, heilsam sein, wenn die Mama das Gefühl hat, noch etwas aufarbeiten zu wollen zum Beispiel. Das Babyheilbad simuliert die ideale Situation nach der Geburt. Mama und Baby können nachholen, was sie damals versäumt haben. Dabei fließen oftmals Tränen bei beiden. Negative Gefühle, Enttäuschungen, Ängste werden aufgelöst und können losgelassen werden. An ihre Stelle tritt eine tiefe und innige Verbindung.

Gerne begleite ich Dich und Dein Kind beim Babyheilbad und fange Dich auf, wenn die Blockaden sich lösen. Du benötigst lediglich eine Badewanne oder Babybadewanne bzw. -badeeimer, ein paar Handtücher und eine Decke. Den Rest bringe ich mit. Wir beschließen das Ritual mit einer Tasse Tee und einer entspannenden Hand- oder Gesichtsmassage.

45 Euro.
Für meine Begleitung, Material & eine Hand- oder Gesichtsmassage (wenn gewünscht). Wenn Du magst, leite ich Dich außerdem an, sodass Du das Ritual selber wiederholen kannst.

 

Von der Wahl des Geburtsorts.

Normal ist es, zur „Entbindung“ ins Krankenhaus zu gehen. Aber das war nicht immer so. Auch heute werden noch Kinder geborgen zuhause geboren. Andere kommen im Geburtshaus zur Welt. Die Wahl des Geburtsorts ist wohl eine der gravierendsten, die eine Schwangere für sich und ihr Kind treffen darf.  Immer wieder gerne wird dazu der Arzt, Geburtshelfer und wichtiger Verfechter einer natürlichen Geburt Michel Odent zitiert: „Es ist nicht egal, wie wir geboren werden.“ Denn die Geburt ist ein wichtiger Übergang im Leben einer Frau und ihres ungeborenen Kindes. Eine traumatische Geburt kann dramatische Folgen haben. Genauso kann ein subjektiv schön empfundenes Geburtserlebnis sehr stärkend sein und sich positiv auf die Bildung zwischen Mutter und Kind auswirken.

Wenn Du eine Entscheidung treffen willst, tust Du das am besten gut informiert und dazu musst Du Deine Möglichkeiten kennen. Inklusive aller Vor- und Nachteile.

Doula Geburtsbegleitung Kerstin Rohrer in Augsburg, Friedberg, Gersthofen, Neuburg an der Donau, Ingolstadt, Donauwörth, Nördlingen

Klinikgeburt

Eine deutsche Schwangere macht in der Regel einen Termin bei ihrem Frauenarzt aus, sobald sie den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hält. Der weitere Weg mit Vorsorgeterminen und Ultraschall, Zuckertest und CTG  wird von vielen gar nicht unbedingt hinterfragt und so erblicken 98 Prozent aller Neugeborenen das Licht der Welt in einem Kreißsaal im Krankenhaus.

Vorteile:

  • Schnelle und bestmögliche Versorgung in medizinischen Notfällen
  • Möglichkeit zur medikamentösen Schmerzlinderung
  • Betreuung auf der Wöchnerinnen-Station

Nachteile:

  • Fahrtweg zum Geburtsort
  • Klinikabläufe lassen wenig Selbstbestimmung zu (Herztonüberwachung des Kindes mittels CTG und KSE, vaginale Untersuchungen zur Muttermundkontrollen, Legen eines Zugangs usw.)
  • Sehr selten ist eine 1:1 Betreuung möglich
  • Weniger Privatsphäre
  • Interventionsmaßnahmen wie Einleitung, Fruchtblasensprengung, Gabe von wehenfördernden und wehenhemmenden Medikamenten, Dammschnitt, Einsatz von Geburtszange und Saugglocke, Kristellern, Sectio

 

Geburt im Geburtshaus

Manchmal wünscht sich eine werdende Mutter zwar eine außerklinische Geburt, möchte aber nicht im eigenen Zuhause gebären. Das Geburtshaus kann dann eine willkommene Alternative sein. Das Risiko für Mutter und Kind ist entgegen der landläufigen Meinung bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf nicht größer als in einem Krankenhaus. Denn sobald sich im Geburtsverlauf Komplikationen abzeichnen wird die Hebamme die Schwangere in ein Krankenhaus verlegen.

Leider mussten die Geburtshäuser in Donauwörth und Oettingen im Laufe der letzten Jahre und aufgrund der Entwicklungen in der Geburtshilfe geschlossen werden. Schwangre können sich jedoch im Geburtshaus Ingolstadt anmelden.

Vorteile:

  • Selbstbestimmte Geburt
  • 1:1 Betreuung ist gewährleistet
  • Entspannte, ruhige Umgebung mit viel Privatsphäre
  • Natürliche Wege der Schmerzlinderung
  • Weniger Geburtsverletzungen
  • Keine Interventionen in den natürlichen Geburtsverlauf

Nachteile:

  • Sehr frühe Anmeldung notwendig
  • Fahrtweg zum Geburtsort
  • Bestimmte Risikoschwangerschaften und Frühgeburtlichkeit sind ausgeschlossen
  • Keine medikamentöse Schmerzlinderung möglich
  • Für die U2 muss der Kinderarzt besucht werden

 

Hausgeburt

Bei einer geplanten Hausgeburt hat die werdende Mutter die meisten Möglichkeiten, das Geburtsgeschehen aktiv mitzugestalten. Sie entscheidet in ihrem gewohnten Umfeld selbst, was ihr gut tut und hat so die Chance auf ein intensives Erleben der Geburt ihres Kindes. Wie auch beim Geburtshaus gilt: Es gibt kein erhöhtes Risiko von Komplikationen. Bestimmte Geburtsverläufe werden von der betreuenden Hebamme rechtzeitig in eine Klinik verlegt.

Wir haben das Glück, im Umkreis gleich drei erfahrene Hausgeburtshebammen zu haben. Solltest Du über eine Hausgeburt nachdenken, zögere bitte nicht und wende Dich so schnell wie möglich an eine von ihnen: Isabel Graumann, Birgit Landwehr oder Regina Maier.

Vorteile:

  • Fahrtweg zum Geburtsort entfällt
  • Selbstbestimmte Geburt
  • Gewohntes Umfeld mit viel Privatsphäre
  • Natürliche Wege der Schmerzlinderung
  • Weniger Geburtsverletzungen
  • Keine Interventionen in den natürlichen Geburtsverlauf

Nachteile:

  • Sehr frühe Anmeldung notwendig
  • Bestimmte Risikoschwangerschaften und Frühgeburtlichkeit sind ausgeschlossen
  • Keine medikamentöse Schmerzlinderung möglich
  • Für die U2 muss der Kinderarzt besucht werden

Ich habe Dir hier die drei aus meiner Sicht empfehlenswerten Möglichkeiten für die Geburt Deines Kindes vorgestellt. Auf die Alternative einer Alleingeburt bin ich nicht eingegangen, da wir drei wundervolle Hausgeburtshebammen hier im Umkreis haben.

Nun ist es an Dir, Dir Gedanken darüber zu machen, was Du Dir wünschst und was Du nicht möchtest. Vor ein paar Jahren stand ich selbst an dem Punkt, an dem Du nun stehst. Vielleicht möchtest Du lesen, wie es mir mit der Entscheidung für einen Geburtsort ergangen ist…

Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, kannte ich im Prinzip nur die Geburt im Krankenhaus. Eine Freundin, die sich bereits früh für eine Hausgeburt entschieden hatte, fand ich mutig. Ich konnte mir das jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen. Ich überlegte eine Weile, in welches Krankenhaus ich gehen sollte, besprach mich mit meiner Frauenärztin. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ein hohes Sicherheitsbedürfnis und dachte über eine Klinik in Augsburg mit angeschlossener Kinderklinik nach. Dann lernte ich meine Hebamme kennen, die im Geburtshaus Donauwörth arbeitete. Ich begann mich mit dem Thema Geburt auseinander zu setzen, besuchte Kreißsaalführungen und den Tag der offenen Türe im Geburtshaus. Bald meldete ich mich im Geburtshaus Donauwörth an. Doch manches kann man nicht planen und so gebar ich mein Kind sechs Wochen vor Termin in einer Klinik in Augsburg. Mit ausführlichem Geburtsplan und Beleghebamme. Es war ein wunderschönes Erlebnis, aber nicht interventionsfrei. Bei meinem zweiten Kind war das Geburtshaus in Donauwörth geschlossen und ich entschloss mich nach einiger Überlegung für eine Hausgeburt. Inzwischen kenne ich sehr viele Frauen, die zuhause geboren haben und mit dieser Entscheidung sehr glücklich sind.  

Katzenfabel. Vom Ungestörten Gebären.

Doula Geburtsbegleitung Kerstin Rohrer in Augsburg, Friedberg, Gersthofen, Neuburg an der Donau, Ingolstadt, Donauwörth, Nördlingen
Katzen gebären zweimal im Jahr mehrere Babies. In Ruhe, einfach und problemlos. Dafür benötigen sie nur einen ungestörten Ort und ein wenig Ruhe. Vielleicht ein größeren Schuhkarton, kuschelig ausgepolstert, der in einer versteckten, dunklen Ecke steht. Vielleicht in einem Kleiderschrank. Alle, die Katzen kennen, wissen, dass bei einer Katze, die man beim Gebären stört, die Kontraktionen aufhören. Oder es kann sein, dass sie ihre Jungen nicht annimmt.

Und jetzt wagen wir mal ein Gedankenexperiment… 

Wir stellen uns vor, dass vor langer Zeit eine Gruppe von Wissenschaftlern sich vorgenommen hätte, das Gebärverhalten von Katzen zu untersuchen.

Sie hätten angefangen, Katzen beim Gebären zu beobachten. Jedoch natürlich nicht unter den natürlichen Bedingungen, im dunklen Kleiderschrank in der Schuhschachtel. Sondern im hell erleuchteten, lauten, modernen Labor. Sie hätte die Katzen während der Geburt an viele Monitore und Sonden angeschlossen, sie mit fremden Technikern umgeben, die ständig raus und rein gegangen wären, um alles genau zu dokumentieren. 

Wie alle, die Katzen kennen, wahrscheinlich schon vermutet haben, hätte die Studie bedenkliche Ergebnisse geliefert…

Es hätte sich gezeigt, dass Katzen häufig nur schlecht gebären können. Die Geburtsarbeit wäre überwiegend unkoordiniert verlaufen, die Geburten hätten sehr lange gedauert, die Katzen schienen schreckliche Schmerzen zu haben. Manchmal wären die Geburten auch mittendrin abgebrochen. Infolgedessen wären die Herztöne der ungeborenen Kätzchen regelmäßig schlecht gewesen, sie wären deprimiert und gestresst zur Welt gekommen und medizinische Interventionen wären sehr oft notwendig gewesen. 

Die Erkenntnis der Wissenschaftler: Es scheint, dass Katzen nicht gut gebären können.

Lasst uns noch en bisschen weiter darüber nachdenken. Was wäre dann passiert? Was hätten die Wissenschaftler mit ihren Erkenntnissen angefangen?

Die Wissenschaftler hätten wahrscheinlich Maschinen und Geräte erfunden, um den Vorgang des  Gebärens zu verbessern und den Sauerstoffgehalt im Blut der Jungen zu überwachen. Sie hätten Schmerzmittel bereitgestellt, um den Katzen die Geburtsarbeit zu erleichtern. Außerdem Beruhigungsmittel, Wehenmittel und Wehenhemmer. Es wären Notfalloperationen und Eingriffe ausgearbeitet worden, um die ungeborenen Kätzchen zu retten. 

In wissenschaftlichen Arbeiten wäre über die Schwierigkeiten der Katzen beim Gebären berichtet worden und gleichzeitig die hoch entwickelte, neue, effiziente Geburtstechnologie vorgestellt worden. Die Medien hätten diese Erkenntnisse verbreitet und bald hätten alle ihre Katzen zum Gebären ins Labor gebracht. Das musste für Katzen schließlich der sicherste Platz zum gebären sein. Eine Geburt im Schuhkarton? Was für eine gefährliche Idee!

Irgendwann wäre die erste Generation der Wissenschaftler in den Ruhestand gegangen. Und die zweite, dann die dritte, vierte Generation, nicht nur die der Techniker, sondern auch die der Katzenfreunde, hätte von Geburten im Schuhkarton immer weniger gewusst. Das alte Wissen darum, was Katzen zum Gebären eigentlich brauchen, wäre mit jeder Generation mehr und mehr verloren gegangen…

Alle wären irgendwann absolut überzeugt gewesen, dass Katzen ohne die Hilfe von viel Technologie nicht gebären können. Sie hätten an die vielen wissenschaftlichen Ergebnisse gedacht, die sie in den letzten Jahren gesammelt hatten und wären äußerst zufrieden gewesen. Mit sich selbst, ihrer klugen und guten Arbeit, dem Fortschritt und den vielen Katzen und Jungen, die sie gerettet haben…

(Text von Kerstin Rohrer, nach der Katzenfabel von Magdalene Weiß, deutsche Hebamme und ehemalige Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes)

Achtsamkeit in der Schwangerschaft

„Ich hätte die Schwangerschaft mehr genießen sollen…“
„Könnte ich doch alles nochmal erleben…“
„Die Zeit ist irgendwie an mir vorbeigegangen.“
„Ich hab das alles gar nicht so bewusst erlebt…“

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Hast Du einen dieser Sätze schon einmal von jemandem gehört oder vielleicht sogar selber schon einmal so etwas gedacht? Achtsamkeit ist der Schlüssel, um diesem Gefühl, etwas verpasst zu haben, vorzubeugen. Die Achtsamkeitspraxis hat vor allem in den buddhistischen Lehren einen festen Platz. Aber auch im Westen interessieren sich immer mehr Menschen dafür, seitdem Jon Kabat-Zinn in den späten 1970er Jahren in den USA sein Programm zur Stressbewältigung ‚Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)‘ etablierte.

Wer achtsam ist, der ist mit seinem Denken und Fühlen genau in diesem Moment – nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft. In diesem Bewusstseinszustand werden alle Erfahrungen im Innen und Außen einfach nur zur Kenntnis genommen. Sie werden nicht bewertet und die Person strebt nach nichts. Sie erkennt an, was gerade ist und übt sich in Gleichmut und Geduld. Wer mit seinen Gedanken ständig abschweift, der verpasst das Jetzt – den einzigen Moment, in dem unser Leben wirklich stattfindet. Denn die Vergangenheit ist bereits nicht mehr von Bedeutung und die Zukunft noch nicht von Interesse.

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Achtsam sein, das ist gar nicht so einfach und will lebenslang geübt werden. Ich hab hier ein paar Tipps speziell für die Schwangerschaft zusammengestellt. Aber natürlich ist Achtsamkeit in jeder Phase unseres Lebens essenziell.

Achtsamkeit-Tipp 1: Atme!
Wann immer Du ganz bewusst ein- und wieder ausatmest, zentrierst Du Deinen Geist im Hier und Jetzt. Beginne den Tag mit ein paar tiefen, bewussten Atemzügen. Atme zwischendurch immer wieder ganz bewusst. Diese einfache Übung reduziert sofort Stress und richtet Deinen Fokus neu aus. Es klingt banal – probier es trotzdem.

Achtsamkeit-Tipp 2: Nimm Kontakt zu Deinem Baby auf!
Weißt Du, wie es Deinem Baby genau jetzt in diesem Moment geht? Spür hin. Leg die Hände auf Deinen Bauch und stelle eine Verbindung mit Deinem ungeborenen Kind her. Nimm Dir Zeit für Eure Beziehung. Sprich mit ihm. Ob laut oder leise spielt keine Rolle.

Achtsamkeit-Tipp 3: Stoppe das Gedankenkarussell!
Fast jede Schwangere hat irgendwann einmal Ängste oder Sorgen. Sei Dir bewusst, dass diese ohne Bezug zur Vergangenheit und / oder zur Zukunft nicht existieren können. Wenn Du solche Ängste und Sorgen spürst, dann mach Dir Deine Gedanken bewusst. Sie sind der Ursprung Deiner Probleme. Du kannst sie zum Beispiel durch bewusstes Atmen, Meditation, Yoga oder bewusstes Gehen stoppen und auch verändern. Dadurch verliert die Angst ihre Macht über Dich.

Achtsamkeit-Tipp 4: Konzentriere Dich auf eine Sache!
Mono-Tasking statt Multi-Tasking – widme Dich immer nur einer Sache. Führe diese ganz bewusst aus, schweife in Gedanken nicht ab. Wenn Du isst, dann isst Du. Wenn Du jemandem eine Nachricht schreibst, dann tu nur das. Wenn Du den Haushalt machst, dann lass Dich davon nicht ablenken. Sei nur im Moment und konzentriere Dich auf das, was Dir gerade wichtig ist.

Achtsamkeit-Tipp 5: Sei dankbar!
Dankbarkeit ist eine gute Übung, um sich manches bewusst zu machen. Du kannst ein kleines Büchlein zu Deinem Dankbarkeitsbuch machen und darin jeden Tag 3 Dinge notieren, für die Du heute dankbar bist. Nimm die ersten Impulse wahr, verbringe nicht viel Zeit mit dem Notieren und halte Dich in Gedanken nicht zu lange in der Vergangenheit auf. Spüre stattdessen die Freude an den schönen Dingen, die Dir heute widerfahren sind.

Achtsamkeit-Tipp 6: Vergleiche nicht!
Jede Schwangerschaft ist anders – halte Dich von Vergleichen fern. Versuche nicht die glückliche Schwangerschaft Deiner Freundin zu erleben und weine nicht Deiner ersten unbeschwerten Schwangerschaft nach.

Achtsamkeit-Tipp 7: Nimm an, was ist!
Nicht jede Schwangerschaft verläuft wie gewünscht. Nimm mögliche Beschwerden an und mach das Beste draus. Wenn Du aufhörst, einen Zustand oder eine Situation abzulehnen, wird ungeahnte Energie frei. Die kannst Du zum Beispiel dafür aufwenden, um Dir Hilfe und Unterstützung zu organisieren.

Achtsamkeit-Tipp 8: Sei geduldig!
Gerade gegen Ende der Schwangerschaft werden viele Schwangere ungeduldig. Dabei verlässt Du das Hier und Jetzt und suchst Dein Glück in der Zukunft. Nicht selten bereitet genau das aber Probleme, sobald das Kind da ist. Diese letzten Tage und Wochen „fehlen“ dann im (Körper-)Gedächtnis. Kultiviere stattdessen Deine Vorfreude! Genieße die letzte Zeit mit Deinem Baby unter Deinem Herzen…

Achtsamkeit-Tipp 9: Bewege Deinen Körper!
Bewegung ist wichtig für unser Wohlbefinden. Gerade der schwangere Körper wird manchmal als schwerfällig wahrgenommen. Wirke dem ganz bewusst entgegen. Übe Yoga mit DVD oder Buch zuhause oder besuche einen Yoga-Kurs. Auch simples gehen ist eine wundervolle Beschäftigung für Schwangere 🙂 Hast Du schon einmal von einer Gehmeditation gehört?

Achtsamkeit-Tipp 10: Meditiere!
Wenn Du noch nicht regelmäßig meditierst, beginne jetzt damit! Meditieren verändert alles zum Positiven. Leg all Deine Zweifel und Vorbehalte ab und fang an einfach damit an. Du musst nicht eine halbe Stunde gelangweilt in der Stille sitzen. Vielleicht hilft es Dir, mit einer geführten Meditation anzufangen? YouTube ist eine Schatzkiste voll mit tollen Anleitungen. Schau gerne mal bei Laura Marina Seiler oder Mojo Di vorbei.

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Das Buch ‚Mama werden, Mama sein. Das Meditationsbuch für die achtsame Schwangerschaft, Geburt und erste Zeit mit Baby‘ kann ich Dir sehr ans Herz legen.*

Melde Dich gerne bei mir, wenn Du Fragen hast oder Dich das Thema interessiert und Du es gerne vertiefen möchtest ♡

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Rebozo: Ein Tuch aus Mexiko macht den Unterschied

Doula Geburtsbegleitung Kerstin Rohrer in Augsburg, Friedberg, Gersthofen, Neuburg an der Donau, Ingolstadt, Donauwörth, Nördlingen

Eine deutsche Schwangere wird häufig mit unterschiedlichen Erwartungshaltungen ihrer Umwelt konfrontiert. Einerseits soll sie ihre Schwangerschaft bei einem Arzt regelmäßig überwachen lassen und sich bestenfalls im Krankenhaus ‚von ihrem Kind entbinden‘ lassen. Andererseits hört sie vielleicht auch den Ausspruch „Du bist schwanger und nicht krank.“ Vor allem, wenn es darum geht, die Frau möge doch bitte weiterhin genauso belastbar bleiben wie zuvor.

Eine mexikanische Schwangere indessen geht regelmäßig zu ihrer Hebamme und verbringt ein paar angenehme Stunden gemeinsam mit ihr. Die Frauen sprechen über die Schwangerschaft und die Familie. Der Zustand von Mutter und Kind wird selbstverständlich auch kontrolliert und zum Schluss erhält die Schwangere eine entspannende Massage. Und zwar berührungslos – mit einem Tuch! Dieses Tuch heißt Rebozo und jede mexikanische Frau besitzt mindestens eines dieser handgewebten, bunten Tücher.

Die Rebozo-Massage kann ‚von der Wiege bis zur Bahre‘ angewendet werden und hat wirklich unheimlich viele Facetten. In der Schwangerschaft lockert sie die Muskeln durch sanfte Vibrationen, öffnet das Becken, schenkt ein wundervolles Körpergefühl. Selbstverständlich kommen diese positiven Schwingungen auch beim Baby an. Das Ergebnis ist eine friedvolle und ausgeglichene schwangere Frau, die mit ihrem Körper und dem Baby in Kontakt ist. Typische Beschwerden des Bewegungsapparats entwickeln sich erst gar nicht oder zumindest nicht so ausgeprägt. Bereits vorhandene Probleme mit dem Rücken oder der Symphyse können behandelt werden.

Unter der Geburt kann die Massage mit dem Tuch auf dem Ball schmerzlindernd wirken. Die Schwangere findet jedenfalls Entspannung, was den Geburtsverlauf positiv beeinflusst und sogar einem Geburtsstillstand entgegenwirken kann. Hebammen können mithilfe des Rebozo auch Einfluss auf die Kindslage nehmen.

Am Ende des Wochenbetts kann das ‚Closing the Bones-Ritual‘ angewendet werden. Dabei wird die Wöchnerin in mehrere Tücher gehüllt. Dabei wird ihr Körper wieder „geschlossen“. Diese Übergangszeremonie hilft auch, mit der Schwangerschaft & der Geburt abzuschließen und kann gestaute Gefühle und Baby Blues auflösen. So befreit, fällt die Annahme der neuen Situation leichter und der neue Lebensabschnitt wird mit Freude empfangen.

Dass seit einiger Zeit auch Frauen außerhalb Mexikos von dieser wundervollen Technik profitieren dürfen, ist den beiden Niederländerinnen Mirjam de Keijzer und Thea von Tuyl zu verdanken. Mirjam hat mich in einem Rebozo-Grundkurs in den Zauber der mexikanischen Tuchmassage eingeführt. Von Herzen gerne wende ich Rebozo nun im Rahmen meiner Doula-Arbeit an – in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett. Sprich mich gerne darauf an ♡

Kaufen könnt Ihr die wunderschönen, farbenfrohen Tücher hier.

Richtig Atmen: das Wehenschiffchen

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Wer Yoga praktiziert, hat es vielleicht schon mal gehört: „Es atmet Dich.“ Gemeint ist, dass der Atem unbewusst ein- und wieder aus unseren Lungen ausströmt. Wir müssen nichts tun, uns nicht darauf konzentrieren. Auch unter der Geburt ist das so. Jedoch können An- und Verspannungen, durch die Kontraktionen der Gebärmutter, uns den Atem anhalten, ihn flach oder gepresst werden lassen. Das wiederum versorgt unsere Zellen und auch das Baby nicht optimal mit Sauerstoff und lässt uns weiter verkrampfen.

Deshalb sind ein bewusstes Atmen und Achtsamkeit während der Geburt sehr hilfreich. Dadurch können die Wehen durchaus deutlich besser erträglich werden. Der Atem hilft, Kräfte zu mobilisieren und Anspannungen zu lösen. Er verhilft zur Entspannung und kann einen meditativen Zustand unterstützen. So kann der Körper mehr Oxytocin für die weiteren Wehen produzieren und der Muttermund öffnet sich leichter.

Ideal ist es, wenn die Gebärende einen ihr angenehmen gleichmäßigen Atemrhythmus einhalten kann. Eine Möglichkeit ist die Atemübung ‚Atemschiffchen‘, oder wie ich es selber im Geburtsvorbereitungskurs bei meiner lieben Hebamme kennengelernt habe: das ‚Wehenschiffchen‘.

Sieh Dir die Zeichnung an: Du atmest in der rechten oberen Ecke tief und weit in den Bauch ein. Links machst Du eine kleine Atempause bis du den Ausatem von selbst kommen spürst. Du atmest schwungvoll und hörbar über die Schleife aus, um nach der Schleife fast geräuschlos die restliche Luft entweichen zu lassen. Dann wartest du wieder die kleine Atempause ab bis du wieder mit dem kräftigen Einatmen von vorne beginnst.

Übe das bewusste Atmen und die Atemachtsamkeit am besten bereits in der Schwangerschaft. Mach es Dir dazu bequem, im Sitzen oder Liegen. Lasse den Atem einige Minuten einfach nur geschehen. Beobachte ihn nur und richte den Fokus auf den Luftstrom durch die Nase. Fühlst Du Dich ruhig und gelassen, so beginne den Atem zu beeinflussen. Zähle in Gedanken beim Einatmen bis 4, mache eine kleine Atempause, um dann auf 4 wieder auszuatmen. Steigere die Zeit, in der Du ausatmest dann auf 6 und später auf 8. Ein langer Ausatem befreit Deine Lungen effektiv von der verbrauchten Luft und macht Platz für noch mehr Sauerstoff beim nächsten Einatmen. Übe so oft Du kannst und magst 🙂